Neue Liturgie
Dass Oper in Film und Fernsehen oft wie eine verarmte Adelige wirkt, die sich einem Parvenü anbietet, mag arrogant klingen – ganz falsch ist die Behauptung nicht. Denn das Atmosphärische des echten «Live» fehlt gerade bei einer Oper wie «Parsifal» – das wird selbst Peter Gelb zugeben müssen, der betriebsame Generalmanager der Met, der mit seinen Live-Übertragungen in weltweit etwa 2000 Kinos Furore macht.
Auch wenn die Met stets einen «Moderator» einsetzt, der Brücken zu einem mit der Oper vielleicht nicht so intimen Publikum bauen soll (im Fall dieses nun auch auf DVD vorliegenden «Parsifal» den als Wagner-Sänger verdienten, aber eher uninspiriert wirkenden Eric Owens). Und selbst wenn die Tontechnik Saltos schlägt und die Bildregie aus der quasi eine neue «Parsifal»-Liturgie (mit hollywoodesken Elementen) beschwörenden Inszenierung des Franco-Kanadiers François Girard Details in High Definition heraushebt, die im Haus so wohl nicht zu bemerken waren. Im Unterschied zu den New Yorkern, die mit ihrer «Met Opera HD live» eine eigene Kunstform kreieren möchten, deklariert sich die Brüsseler Einspielung ehrlicherweise als «Archivdokument, ausgehend von der Aufzeichnung einer einzigen ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Gerhard Persché
Im Jahr 2012 wurde in Dresden ein Märchenschatz gehoben: Jaromir Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» (siehe OW 5/2012). In dieser Oper folgt der Titelheld dem Räuber Babinsky in die weite Welt hinaus, entflammt eine Eisprinzessin, macht dem Teufel das Leben zur Hölle und kehrt dann zurück ins traute böhmische Heim, zu seiner Dorotka. 1927 machte dieser...
In den 1950er-Jahren war Rosanna Carteri (*1930) eine der gefragtesten italienischen Sopranistinnen im lyrischen Fach, sang an der Mailänder Scala und bei den Salzburger Festspielen, spielte zahlreiche komplette Opern ein und wirkte in mehreren Fernsehopern der RAI mit. Ihr Repertoire reichte von Pergolesi bis Gilbert Bécaud («L’Opéra d’Aran»), zu ihren Glanzrollen...
Mehr als Scharnierwerke zwischen verebbender Romantik und heraufdämmernder Moderne sind das. Und es scheint, als habe mit Blick auf diese Phase der musikalischen Entwicklung Richard Strauss auch beim Lied (wie bei der Oper) den Repertoire-Sieg davongetragen. Dabei erkunden die Mini-Dramen eines Franz Schreker, Alexander Zemlinsky, Othmar Schoeck oder Wilhelm...
