Nazarenisch, betörend, hinreissend herb

Neue Recitals von Elīna Garanča und Marianne Crebassa

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In die Champions League der Primadonnen ist Elīna Garanča als lyrische Mezzosopranistin aufgestiegen, ohne sich bei der Wahl des Repertoires zu überheben. Ihre bisherigen Alben hat sie als Spiegel ihrer sängerischen ebenso wie der persönlichen Entwicklung gesehen. Als sie vor zehn Jahren ihre erste CD bei der Deutschen Grammophon herausbrachte – «Aria Cantilena» –, notierte der englische Musikkritiker John Steane: «Voice, technique, expression: full marks for the first two, less for the third.

» In dieser Beziehung hat sich Garanča, wie ihre neue Anthologie unter dem Titel «Revive» beweist, deutlich weiter entwickelt.

Der Untertitel «Starke Frauen in Momenten der Schwäche» suggeriert allerdings ein Konzept, das nicht mehr ist als Etikette. So ist Eboli mit ihrem heiter gestimmtem «Nel giardin del bello» vertreten, nicht aber mit der Arie, in der sie mit den Mitteln eines hochdramatischen Mezzo von ihrer Schwäche sprechen muss: «O don fatale». In einigen Szenen aus dem Umfeld des sogenannten Verismo versagt sie es sich, auf jene Mittel des Singhiozzo-Stils zurückzugreifen, mit denen Sängerinnen wie Gemma Bellincioni oder Claudia Muzio sich in den hohen Künsten der  ...

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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Jürgen Kesting

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