Editorial
Wanderer, kommst Du nach Trier und wendest Dich, nachdem Du die Portra Nigra passiert (und hoffentlich einen flüchtigen Gedanken an Karl Marx und den guten Ambrosius von Mailand verloren) hast, in Richtung Universität, wirst Du mit Weisheit belohnt. «In der Stadt Trier», so steht es auf dem Siegel der ehrwürdigen Bildungsstätte eingemeißelt, «führt Gott die Gaben der Weisheit zur Vollendung.» Leider ist die Zahl der Menschen, die daran noch glauben, in der historisch-schmucken Moselstadt offenbar signifikant gesunken.
Darauf deutet zumindest ein handfester Theaterskandal, bei dem es um weit mehr geht als um einen Intendanten, der sein Haus an den Rand des Abgrundes führte. Es geht um die Glaubwürdigkeit von Kulturpolitik schlechthin. Und um Verantwortung.
Um das Dilemma zu verstehen, dem man ohne Weiteres die Überschrift «Schuld und Bühne» verleihen könnte, ist ein Blick zurück hilfreich, genauer: in den Sommer 2016. Obwohl zu dieser Zeit allen Beteiligten bekannt war, dass Karl M. Sibelius, der erst ein Jahr zuvor als Chef des Theaters Trier angetreten war, den Etat des Dreispartenhauses um mehr als zwei Millionen Euro überzogen hatte, wurde sein Vertrag am 27. ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
Matthias Klink
Sein Stammhaus ist die Oper Stuttgart, wo er nicht nur als Strauss’ Herodes Furore machte. Kirill Petrenko wollte den Tenor unbedingt für seine Münchener «Lulu» haben. Im Februar steht Matthias Klink erneut als Alwa auf der Bühne, in Hamburg. Danach kommt Brittens Aschenbach. Ein Gespräch
Ab ins Zentrum
Jahrzehntelang hat das Ensemble der...
Wie kann man das ungeschriebene Gesetz umgehen, nach welchem «Cavalleria rusticana» und «I Pagliacci» unter dem Spitznamen «Cav/Pag» am selben Abend aufgeführt werden? 2012 stellte Nicolas Joel diese Praxis nicht in Frage, als Giancarlo Del Monaco die beiden Einakter an der Bastille Oper verkoppelte. Auch an der Mailänder Scala blieb Stéphane Lissner 2011 der...
Frau Hannigan, wie ist das, wenn Komponisten zu einem sagen: «Ich habe diese Partie für dich geschrieben»?
Meistens heißt es eher: «Darf ich etwas für dich schreiben?» Oft frage ich auch selbst, oder Ideen entstehen im Gespräch. Ich bin sehr vorsichtig, was ich zusage und wann. Denn ich fühle mich verantwortlich, das Werk auch wirklich in die Welt zu bringen;...
