Echtes Theatertier
Vom neugierigen Holzwurm, der im Parkettgestühl heimlich Violetta, die Königin der Nacht, Wotan und all die anderen Opernwesen belauscht, haben wir natürlich viel gehört. Auch die wieselflinken Ballettratten, ohne die das Bühnenleben nur halb so schön wäre, sind uns vertraut. Und Janáčeks Parabel vom kleinen Füchslein sowieso.
Aber eine Katze, die im Theater wohnt und nicht nur schnurren oder miauen, sondern auch noch singen kann? Die alles nachträllert, was sie in der Garderobe oder auf der Probe aufschnappt? Und zwar so gut, dass die Primadonna ganz sauer wird und beim Direktor den Rausschmiss der tierisch lästigen Konkurrentin durchsetzt? Das ist eine neue Geschichte. Und das Beste: Sie ist wahr. Jedenfalls in der Erinnerung der Regisseurin Vera Nemirova. Seit den Kindertagen schleicht Ivanka ihr im Kopf herum. Aber erst die Begegnung mit dem italienischen Dirigenten und Komponisten Massimiliano Matesic brachte sie auf die Idee einer Katzenoper für große und kleine Kinder.
Einst streifte Ivanka durch das Opernhaus im bulgarischen Russe – damals, als Nemirovas Vater dort inszenierte und auch sonst die Fäden zog. Jetzt ist sie an Hamburgs Opera stabile wieder ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Albrecht Thiemann
Nicht erst durch Kurt Weill oder das Bauhaus hat sich die kleine Stadt an Elbe und Mulde in die Kulturgeschichte eingeschrieben. Ein Orchester gibt es in Dessau schon seit 250 Jahren, und das Theater veranstaltet gerade seine 222. Saison. Auch wenn der Betrieb schon lange nicht mehr aus der gut gefüllten Schatulle eines den Künsten zugewandten Fürsten, sondern...
Obwohl ihre sängerische Laufbahn über vier Jahrzehnte währte und sie eine Vielzahl von Aufnahmen hinterlassen hat, ist der Name der großen kanadischen Altistin Maureen Forrester (1930-2010) wohl nur noch Kennern ein Begriff. Auf der Opernbühne hat sie nur wenige (allerdings markante) Spuren hinterlassen; ihre Welt war das Konzertpodium. Seit der Begegnung mit...
Die Wohnung hat keine Katzenklappe. Dafür eine hohe Gründerzeit-Tür, die ins Nichts hineinführt, in den freien Fall. Auch der Rest des Bühnenbildes am Staatstheater Hannover hängt buchstäblich in der Luft, als eine Kippfigur, schräg und surreal, wie die zwölftönig zwitschernden Fabeltiermenschen, die es bevölkern.
Einen Spaß hatte Hans Werner Henze sich machen...
