Elsas Traum
Von den Schweizer Opernmetropolen Zürich und Genf aus gesehen liegt das Theater St. Gallen peripher. Provinziell geht es in dem Dreispartenhaus allerdings keineswegs zu; zumindest in seiner Opernabteilung dominieren quirlige Vitalität und bemerkenswerte Qualitätsstandards. Im Mai 2017 etwa kommt es dort zur Uraufführung von «Annas Maske», der ersten Oper des Schweizer Komponisten David Philip Hefti. Und Richard Wagners «Lohengrin», jüngste Musiktheaterproduktion des Hauses, gibt ein Niveau zu erkennen, das dem Werk in hohem Maß gerecht wird. Das Stadttheater, es lebt.
Allein die Besetzung einer kleinen Partie wie der des Heerrufers spricht dafür. Jordan Shanahan versieht sein Amt mit ausnehmend klangvoller Stimme. Dementsprechend temperamentvoll reagiert der Chor, zum Teil aus dem Parkett und von den Rängen, wie es die im Stück verankerte orchestrale Raumwirkung verlangt. Unter der Leitung seines Chefdirigenten Otto Tausk bringt sich das St. Galler Sinfonieorchester effektvoll ins Spiel; musiziert wird explizit, aber nicht zu laut, in schwungvoller Spontaneität, elaboriert, mit höchster klanglicher Sorgfalt. Das ist stimmig, denn Regisseur Vincent Boussard setzt auf ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Peter Hagmann
Zu fragmentarisch ist Welt und Leben, / Ich will mich zum deutschen Professor begeben; / Der weiß das Leben zusammenzusetzen, / Und er macht ein verständliches System daraus. / Mit seinen Nachtmützen und Schlafrockfetzen / Stopft er die Lücken des Weltanbaus.» Ohne anklägerisches Pathos hat Heinrich Heine, grimmig ironisch, die große Vergeblichkeit skizziert,...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theateraachen.de
– Macbeth: 6.
– Anatevka: 7., 20., 31.
– Orphée et Eurydice: 8.
– Puccini, Il Trittico: 15....
Mit einer neuen Produktion im Market Theatre von Johannesburg hat die Kompanie Umculo – der Name stammt aus der Sprache der Xhosa und lässt sich bezeichnenderweise sowohl mit «Musik» als auch mit «Versöhnung» übersetzen – aufregendes Terrain für die Oper in Südafrika betreten. In dem Pasticcio «Lamento» werden Madrigale, Arien und Szenen von Claudio Monteverdi...
