Foto: Rupert Larl

Muskelspiel

Verdi: Un ballo in maschera
Innsbruck | Landestheater

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Drei Jahre nur währte die Hoch-Zeit, bald müssen die Salzburger Servus sagen, Mirga Gražinytė-Tyla zieht es zu neuen Ufern. Ähnliches ist den Augsburgern einst mit Dirk Kaftan passiert. Und  am Tiroler Landestheater richtet man sich gerade auf die Zeit nach Francesco Angelico ein: Wer musikalisch zu sehr strahlt, wird vom Markt schnell weiterkatapultiert. Der Innsbrucker Chefdirigent wechselt zur neuen Saison nach Kassel, es dürfte nicht seine letzte und höchste GMD-Stelle werden.

Auf Italienisches lässt sich der 39-jährige Sizilianer dabei nicht einengen, in Tirol reüssierte er unter anderem mit Janáček, Wagner und Auber. Und wenn er sich dort Verdi vornimmt wie jetzt «Un ballo in maschera», dann ist auch das als klug reflektierte, nie nur auf Dankbares schielende Deutung zu erleben.

Angelico verortet die Partitur nicht in einem bestimmten Stil. Viel hört man also heraus aus diesem Scharnierstück in Verdis Œuvre: die Verwurzelung in Belcanto-Formeln, operettenhafte Flatterhaftigkeit, aber auch die erhebliche Energiezunahme der mittleren Phase bis hin zur Tinta der Spätstücke: Wenn Amelia zum Rendezvous mit dem verbotenen Liebhaber eintrifft, dann klingt das Muskelspiel im Graben ...

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Opernwelt April 2017
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Markus Thiel

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