Musik, die aus der Kälte kommt
Kalt ist das Licht, das hinter einer durchsichtigen Lamellenwand erstrahlt, und der Wintermond macht eher frösteln, anstatt das Herz zu erwärmen. «Herr, mein Gott, erbarme dich unser!», lautet denn auch eine Gebetszeile in der Chor-«Ouvertüre», während sich schattenhaft eine Prozession durch den Schnee kämpft. «Russland in tiefer Nacht», heißt es dazu im Programmheft, und einer der beiden, die aus der Tiefe des Raumes auftauchen, singt erst einmal ein «Wiegenlied für den Mond», das der ersten von insgesamt sieben Szenen ihren Titel gibt.
Nikolka nennt sich der Kleine, der niemand anderes ist als das kindliche Alter Ego jenes Mannes, der im Augenblick seines Todes sein Lebenswerk als einen Alptraum erlebt: Nikolai Wassiljewitsch Gogol.
«Gogol» nennt Lera Auerbach lapidar ihre «Opera-misteria in drei Akten», als wollte sie auf einen Epitaph anspielen. «Russland» wäre nicht weniger waghalsig gewesen, denn ihre ers-
te Oper, die nicht wirklich ihre erste ist, könnte kaum russischer sein. Dabei lebt die in Tscheljabinsk geborene Komponistin seit 1991 in New York und besitzt seit Jahren neben dem russischen einen amerikanischen Pass. Von einem kurzen Aufenthalt vor längerer Zeit und ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Hartmut Regitz
ARTE
1.1. – 7.00 Uhr
Silvesterkonzert 2007 aus Caracas.
Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar, Venezuelan Brass Ensemble, Alexis Cárdenas und Ensemble, Gustavo Dudamel.
1.1. – 9.45 Uhr
Opening Gala der Los Angeles Philharmonic.
Musikalische Leitung: Gustavo Dudamel. Solist: Herbie Hancock.
1.1. – 12.10 Uhr/18.25 Uhr
Das Neujahrskonzert 2012.
Live aus dem Teatro...
Dass nach Ludwig Rellstab und vor allem Heinrich Heine in Schuberts «Schwanengesang»-Zyklus der biedere Johann Gabriel Seidl mit seiner «Taubenpost» das letzte Wort hat, will vielen partout nicht einleuchten. Eben noch der grausige «Doppelgänger» und gleich darauf das vermeintlich harmlose Antidot, der gefiederte Freund als Symbol romantischer Sehnsucht (es war das...
Vor zehn Jahren hat er sie gegründet. Und innerhalb dieses Zeitraums zu einer der ersten Adressen des New Yorker Opernlebens gemacht. Dass die Gotham Chamber Opera heute als eine grundsolide, aber auch «schicke» Schaufenster-Company wahrgenommen wird, verdankt sie vor allem ihrem «Vater» und Künstlerischen Leiter Neal Goren. Der verfügt über ausgezeichnete Kontakte...
