Für diese Tenöre gilt die Unschuldsvermutung

Arien-Debüts auf Silberscheibe: Klaus Florian Vogt gibt den Helden, Michael Spyres den Liebesnarren

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Seit neun Jahren, seit seinem Debüt in Erfurt, schlüpft er in die mal mehr, mal weniger glänzende Rüstung des Gralsritters. Lohengrin, das ist für Klaus Florian Vogt die Rolle geworden, über die er sich definiert und mit der er bei den Bayreuther Festspielen seinen womöglich größten Triumph gefeiert hat. Eine Gesamtaufnahme steht noch aus (und wird unter Marek Janowski erscheinen), auf seiner aktuellen CD «Helden» rückt die Gralserzählung naturgemäß in den Mittelpunkt. Und wieder ist zu erleben: Dieser Held entstammt wirklich einer anderen Welt.

Wo andere sich mit Tricks mühen, segelt Vogt über die Hürden, kann dabei auf «Taube» sogar noch einen hinreißenden Messa-di-Voce-Effekt zaubern. Der Holsteiner verfügt dank einer hohen Dosis Kopfstimmenresonanz quasi über eine natürliche Mezzavoce. Töne ab der oberen Mittellage, gerade im Passaggio, kommen bei ihm entwaffnend locker. Das Zarte, Empfindsame seiner Helden ist bei Vogt bestens aufgehoben, ob Stolzings kristallklar gestaltetes Preislied oder das «Ach! so fromm» von Flotows Lionel. Abgesehen vom Lohengrin steht Vogts Stimme auf dieser CD, und das ist bezeichnend, Taminos «Bildnisarie» ausnehmend gut. Schwerere Helden mag er also ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 27
von Markus Thiel

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