Mord auf dem Berg
Warum spielen wir uns Komödien und Tragödien vor? Um das Leben besser zu verstehen. Und um es ein wenig erträglicher zu machen. All die Dramen von Lust und Leid, Gewalt und Leidenschaft, Mord und Totschlag, die uns in Atem halten, seit der Mensch die Schöpfung aufmischt. Christoph Nix erzählt diese Geschichte gern. Er hat sie vermutlich schon oft erzählt. Damit man gleich weiß, woran man ist bei ihm. An einem Außenseiter, Quereinsteiger, Tausendsassa, der Umwege liebt, um die Ecke denkt, gern auch mal aneckt. Und kein Hehl daraus macht, dass er sich als Achtundsechziger fühlt.
«Ladies and Gentlemen, kämpfen wir noch?» Das war seine Leitfrage für die gerade zu Ende gegangene Spielzeit am kleinen Theater in Konstanz, «seinem» Theater seit 2006. Wenn er will, kann er bis 2016 weitermachen. Eigentlich sei er ja Jurist. Aber die Neugier, die habe ihn immer wieder vom Kurs abgetrieben, sagt er. Von den Paragraphen ins Theater, aus der Kanzlei auf die Bühne, aus dem Gericht zu den Künstlern und den Spaßmachern. Sogar als Clown ist er schon aufgetreten. Und Theater hat er auch schon geleitet, erst in Nordhausen, dann in Kassel. Der Intendant hat nicht viel Zeit an diesem ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Albrecht Thiemann
Zum Abschluss der an entdeckerischem Wagemut wahrlich nicht armen Saison wartete die Oper Frankfurt mit zwei weiteren Premieren abseits des üblichen Repertoires auf. Beide Stücke, Marc-Antoine Charpentiers «Médée» und Aulis Sallinens «Kullervo», spielen in mythischer Vorzeit, also heute. Beide Male, in der 1693 uraufgeführten Barockoper wie in der fast genau...
«Amerika, du hast es besser», schwärmte schon Goethe. Voltaire hätte das ebenso bestritten wie Leonard Bernstein, der aus dessen «Candide» ein – ja, was eigentlich machte? Ein Musical? Eine Revue? Ein Lustspiel mit Musik? Als «comic operetta» wollte er die Satire auf die Leibniz’sche These verstanden wissen, dass das ganze Menschenglück auf Erden zu finden sei....
Ein «Ring» für die Pariser Oper war mit Blick auf das Wagner-Jubiläum dringender Wunsch des neuen Intendanten Nicolas Joël. Der letzte am Haus war 1976 von den alternierenden Regisseuren Peter Stein und Klaus Michael Grüber nach den ersten beiden Abenden abgebrochen worden. Am Châtelet folgten der «Ring» von Pierre Strosser, später die Übernahme des Zürcher...
