Zwitscheresche, Händel-Catwalk, Sitzreiher
Hannover hat mit den Herrenhäuser Gärten ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Seit einem Jahr soll ein neues Festival noch ein paar Zinsen mehr einbringen. Festwochen, Barockkonzerte, Musical- und andere Aufführungen im barocken Gartentheater gab es schon lange, und das populäre, regelmäßig überbuchte «Kleine Fest im Großen Garten» auch. Doch an der «Marke Herrenhausen» wird weiter gefeilt.
An der Werkbank steht Elisabeth Schweeger, zuletzt nicht unumstrittene Schauspielintendantin in Frankfurt und regelmäßig auf allen Kandidatenlisten, wenn mal wieder ein renommiertes Haus zu besetzen ist.
Sie hat die zweite Ausgabe der «KunstFestSpiele» (ohne neckische Schreibweisen geht in der Kultur kaum mehr etwas) unter das Motto «Entfesselte Welten» gestellt und prompt mit Grenzüberschreitungen besonders punkten können. Da installierte der Österreicher Georg Nussbaumer eine «Zwitscheresche». Er ließ auch einen «Verdichtungsflügel» zu dröhnendem Leben erwachen und machte aus seinem trinkfreudigen Publikum ein Ensemble, das Rotweinflaschen als Instrumente nutzte.
Zum Festivalauftakt präsentierten die KunstFestSpiele einen echten Hingu-
cker: «Semele Walk» war als «Musiktheater mit Couture von ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Rainer Wagner
Herr Lucic, Inszenierungen des «Macbeth» spielen häufig in einer Ostblock-Diktatur. Sie sind in einer Ostblock-Diktatur groß geworden. Sehen Sie auch diese Parallele?
Ich würde das nicht vergleichen. Für mich ist Macbeth einfach eine verrückte, blutige Figur, die im Grund ganz unsicher ist. Ich sehe ihn auch nicht als zutiefst bösen Menschen. Für mich erklärt sich...
Die Eröffnungspremiere in der Arena di Verona ist mal wieder eine Zitterpartie bis fast zur letzten Minute. Angstvoll wandern die Blicke der Besucher gen Himmel – doch das Wetter hält. Der angekündigte Regen fällt nicht, am Ende reißt sogar der nächtliche Himmel auf, und während Violetta Valéry ihr Leben aushustet, steigt direkt hinter Bühne goldgelb der Vollmond...
Marc Minkowski hat gerade an zwei aufeinanderfolgenden Abenden Meyerbeers «Les Huguenots» dirigiert – jeweils vier Stunden Musik, mit Pausen sogar fünf Stunden – und wirkt im Gespräch danach so frisch, als sei es ein Leichtes, gleich das nächste Dirigat vorzubereiten. Seine Entscheidung für die selten gespielte Oper ist in mehrerer Hinsicht logische Konsequenz...
