Mondkranke unter sich
Mono- und Melodramen haben einen entscheidenden Vorzug: Sie sind zumeist vergleichsweise kurz. Das erlaubt, an einem Abend dargeboten, reizvolle programmatische Konfigurationen. Die Produktion «Nachtgewächse» an den Sächsischen Landesbühnen verbandelt nun Arnold Schönbergs epochemachenden «Pierrot Lunaire» mit Peter Maxwell Davies’ «Eight Songs for a Mad King».
Eine schlüssige Gegenüberstellung, weil bei der Entstehung des krawalligen Königsporträts der mondkranke Clown Pate stand: Die «Pierrot»-Besetzung aus Klavier, Flöte, Klarinette, Geige respektive Bratsche und Violoncello wird im Werk des Briten aufgegriffen und um Schlagwerk und ein Cembalo erweitert.
In der Inszenierung von Kai Anne Schuhmacher, seit August dieses Jahres Operndirektorin des Hauses, ist das Kammerensemble nicht etwa durch einen Paravent von den Blicken des Publikums abgeschirmt, sondern stellenweise unfreiwilliger Akteur des Bühnengeschehens – und muss dabei über sich ergehen lassen, dass ihm sein Instrumentarium entwendet und zu Stücken zerschlagen wird. Szenisch ist also einiges geboten bei diesem Doppelabend auf der räumlich recht beengten Studiobühne in Radebeul. Das eint die beiden etwa halbstündigen ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Werner Kopfmüller
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