Mittelmaß
Glaubt man dem Klappentext, zeigt sich Benjamin Godard in seiner Dante-Oper «auf dem Gipfel melodischer Inspiration und kompositorischer Meisterschaft, in einem Stil, der Gounod erneuert und den Vergleich mit Massenet nicht zu scheuen braucht». Das sah die zeitgenössische Kritik anders. Camille Bellaigue zeterte: «Ihr, die ihr in die Opéra-Comique eintretet, lasst alle Hoffnung fahren, alle Hoffnungen, etwas anderes zu sehen als Nippes: einen Dante als Pendelfigur und eine Beatrice aus Zuckerguss.»
Natürlich können sich Zeitgenossen irren.
Doch auch nach mehrmaligem Hören irritieren an dieser Oper aus dem Jahre 1890 die verkitschte Geschichte, die wenig profilierte Personencharakteristik und ein reichlich epigonaler Stil. Zwar «funktioniert» Godards melodramatische Musik mit ihrer ebenso effektsicheren wie massiven Instrumentation. Jede Geste scheint unter Starkstrom gesetzt. Doch gelangt die Partitur kaum über die Illustration der szenischen Kontraste hinaus. Vieles spricht dafür, dass in der dunkleren «Françoise de Rimini», in der Godards Lehrer Ambroise Thomas schon 1882 den leibhaftigen Dante hatte auftreten lassen, weit mehr an «melodischer Inspiration und kompositorischer ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Anselm Gerhard
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Dialogues des Carmélites: 5., 17., 20., 26.
– Don Giovanni: 13., 16.
– La traviata: 18., 21., 31.
Annaberg-Buchholz
Winterstein-Thea...
Frau Bridges, Sie wollten mal Basketball-Profi werden. Letztlich haben Sie sich für eine Sängerkarriere entscheiden. Ist Singen Leistungssport?
Aber sicher. Es geht da natürlich nicht so athletisch zur Sache wie beim Training oder im Spiel auf dem Feld. Doch auch auf der Bühne muss man Höchstleistungen bringen. Ich war nie mit Mittelmaß zufrieden, auch früher nicht...
Es lebt sich anscheinend nicht allzu unangenehm auf einer verlassenen Insel. Gut, einige Büschel getrockneter Gräser und etwas Tigerfell sind den Damen nach 13 einsamen Jahren über die Roben gewachsen. Aber das Unzivilisierte bleibt noch immer zivilisiert, ebenso wie sich Felsen und Wälder in geordneten Bahnen zur klassischen Gassenbühne staffeln. Wir sind...
