Apropos... Diversität
Frau Bridges, Sie wollten mal Basketball-Profi werden. Letztlich haben Sie sich für eine Sängerkarriere entscheiden. Ist Singen Leistungssport?
Aber sicher. Es geht da natürlich nicht so athletisch zur Sache wie beim Training oder im Spiel auf dem Feld. Doch auch auf der Bühne muss man Höchstleistungen bringen. Ich war nie mit Mittelmaß zufrieden, auch früher nicht im Sport.
Was hat Sie vom Ballsport zum Opernzirkus gezogen?
Na ja, Musik war eigentlich ein ständiger Begleiter. Ich habe im Kirchenchor und im Schulchor gesungen.
Irgendwann riet mir die Leiterin, Gesangsunterricht zu nehmen. Da dachte ich, warum nicht?
Und es machte sofort «klick»?
Das kann man so sagen. Schon während der ersten Stunden spürte ich, dass etwas in Bewegung kam. Da war ich angestochen. Ich weiß nicht einmal, was genau das war. Dann ging alles rasend schnell: Mit 18 wurde ich an der Manhattan School of Music aufgenommen. Das war wie ein Traum. Studieren in New York! Mir war damals gar nicht bewusst, was ich da machte. Aber es fühlte sich gut an, ich lernte schnell, hatte die Unterstützung meiner Eltern. Die nächste Station war das Curtis Institute in Philadelphia, nach dem Abschluss bekam ich gleich ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Albrecht Thiemann
Am Ende – kurz vor elf Uhr nachts – gehen zwei Menschen «in den Himmel» ein. Sie nennt sich Heliane und ist, der Name verrät es, eine Art weiblicher Heiland, Stimmlage Sopran. Er hat zwar keinen Namen, soll aber ebenfalls eine Erlösergestalt sein, Stimmlage Tenor. Kein Liebesduett, dafür eine Apotheose. Eigentlich sind die beiden längst tot, nun aber «strömen Du...
Die Umstände sprechen eigentlich dagegen. Die Lage – eineinhalb Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die dürftige Parkplatz-Situation. Der kleine, schwer zu findende Shuttlebus vom nahen Einkaufszentrum. Dazu eine Industriehalle, die zwar mit Bar, Sitz- und Steh-Ecken im Foyer aufgehübscht wurde, die aber für große Oper zu niedrig ist. Und doch: 60 000 Zuschauer im...
«Traurig», stöhnte der Meister übers Libretto aus der Textwerkstatt à la Scribe, «demütigend», «uninteressant». Dann auch noch eine Primadonna, die kurzfristig aus Paris verschwand: Giuseppe Verdis «Les Vêpres siciliennes», so scheint es, sind die Presswehen noch heute anzumerken. Also Machwerk? Oder doch Vorzeichen der Moderne? Dabei fällt der Fünfakter ja gar...
