Mit vereinten Kräften
Plácido Domingo ist ein gläubiger Mensch, vor jedem Auftritt betet er zur Heiligen Cäcilia, Schutzpatronin der Musik. Bisher hat sich das gut bewährt, und so war es auch an jenem Tag Ende Juli, an dem Domingo – zuletzt 2000 als Siegmund zu Gast in Bayreuth – erneut bei den Wagner-Festspielen debütiert, diesmal als Dirigent der «Walküre».
Die Anzahl der Sänger, die sich eine zweite Karriere mit dem Taktstock in der Hand zutrauen, ist überschaubar.
Zumal im Festspielhaus, dem einzigen der Welt, wo der Dirigent den Sängern Einsätze leicht zeitversetzt geben muss und nur raten kann, ob der von ihm geformte Klang wie gewünscht im Zuschauerraum ankommt. Unter Dirigenten heißt es, für Bayreuth brauche man ein spezielles Händchen; selbst erfahrene, ob ihrer Klangsensibilität gerühmte Zeitgenossen sind hier gescheitert.
Domingo indes glaubt nicht nur an die Kraft der heiligen Cäcilia, er glaubt auch an sich selbst. Katharina Wagner, die ihn engagierte, vertraute in erster Linie auf die Zugkraft seines Namens. Es war allerdings wohl nicht ihre Idee, Domingo einzuladen. Auch nicht die von Christian Thielemann, der sich als Musikdirektor darum bemüht, Bayreuth musikalisch auf das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Florian Zinnecker
Salzburg
Salzburg schwitzte. Aber die Reise zu den diesjährigen Sommerfestspielen lohnte sich: der bildmächtigen Regiehandschriften wegen und auch, weil Dirigenten von Format am Werke waren. In der Felsenreitschule korrespondierten Romeo Castelluccis heiße «Salome»-Bilder mit dem kühl-analytischen Feuerstrom, den Franz Welser-Möst entfachte; im Großen...
Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen. Dort hat sich Sara Jakubiak vor allem als Interpretin gebrochener, ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht, von Prokofjews Polina bis zur «Wozzeck»-Marie, von Tschaikowskys Tatjana bis zur Marta in Weinbergs «Passagierin» und zu Korngolds...
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Liederabend: 15., 22.
– Recital Juan Diego Flórez: 26.
Australien
Brisbane
Opera Queensland
Tel. +61-7-38 44 77 90
www.operaq.com.au
– Mozart, Don Giovanni: 19., 20., 23., 26., 27., 30.10.; 1., 3.11.
ML: Fritzsch, I: Hume, B: Cordingley, S: Rock, S. Brown, Kong, Marino, Sugars, Piper,...
