Liebevoll ausgestellt
Betonquadergleich trotzt das Gebilde der Stadtsilhouette. Als Lichtspielhaus lässt es sich längst nicht mehr bezeichnen, eher als Kintopp-Supermarkt, als Abspielanlage für Blockbuster. Umso attraktiver für immer mehr Cineasten die kleinen, feinen Kinos. So eines wie das Neue Rex, westlich des Münchner Stadtzentrums gelegen und nun auf die Bühne des Prinzregententheaters kopiert. Axel Ranisch, wer will es dem Kinomann («Dicke Mädchen») und TV-Verstörer («Tatort: Babbeldasch») verübeln, fängt dort an, wo er sich zu Hause fühlt.
Sein Kniff ist ja nicht neu: Das Putzen, Popcorn-Herstellen, Kartenabreißen und Vorführen wird irgendwann gestört, durchdrungen von eben jenen, die eigentlich zur schwarz-weißen Zweidimensionalität verdammt sind. Woody Allen hat das in «The Purple Rose of Cairo» wunderbar durchgespielt. Ranisch nimmt es auf und überdreht das in einen anderen Humor – den von Monty Python’s «Ritter der Kokosnuss».
Irgendeinen Kunstgriff braucht es schließlich für Joseph Haydns «Orlando Paladino». Nikolaus Harnoncourt adelte das «Dramma eroicomico» zur besten Oper seiner Zeit. Vermeintlich klafft da allerdings eine Lücke – zwischen der Experimentierlust Haydns und einer krausen ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Markus Thiel
Die am hellsten leuchtenden Sterne, die beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele aufgegangen sind, waren bisher Mirga Gražinytė-Tyla und Lorenzo Viotti. Aber auch die anderen Sieger des seit 2010 mit Unterstützung eines Nahrungsmittelkonzerns durchgeführten Concours, von David Afkham bis Kerem Hasan, können schöne Erfolge vorweisen. Insofern war man...
Manchmal fügen sich die Dinge am besten aus der Not heraus. Eigentlich sollte in der Salzburger Hofstallgasse wieder die «Aida» Einzug halten – in der feierlichen Schreit-, Sitz- und Steh-Anmutung, die Shirin Neshat Verdis Kassenhit vor einem Jahr verpasste, und mit jener marktbeherrschenden Diva, die 2017 im Großen Festspielhaus zum ersten Mal die äthiopische...
Die Uraufführung an der New Yorker Met 1958, von Cecil Beaton ausgestattet, glänzend besetzt, mit Dimitri Mitropoulos am Pult, deutete auf ein Erfolgsstück. Doch kurz darauf fiel «Vanessa», Samuel Barbers erste abendfüllende Oper, bei den Salzburger Festspielen mit Pauken und Trompeten durch. Trotz zweier Versuche, das Werk am Haus seiner Inauguration zu...
