Mit drei Teufeln im Bunde
Zum Haydn-Jahr zwar keine richtige Haydn-Oper, dafür aber ein inszeniertes Oratorium: «Die Schöpfung», grandioses Musikwerk über die Erschaffung der Welt in sieben Tagen, vom «Chaos» des Beginns bis zum Eintritt des ersten Menschenpaares ins Paradies, erfuhr an der Vlaamse Opera zusätzlich zur konzertanten Aufführung eine gleichsam «teuflische» Komponente.
Noch bevor die Musiker des Symfonisch Orkest van de Vlaamse Opera, die Chorsänger und Solisten das Podium betreten, lümmeln sich drei Teufel zwischen den noch unbesetzten Stühlen herum und räsonieren weitschweifig über ihre Lage in der finsteren Unterwelt, die offenbar schon vor der Erschaffung der besseren Welt existierte. Unter den dreien – man spricht abwechselnd Englisch, Flämisch und Deutsch – ragt die wahrhaft diabolische Gestalt des Graham Valentine hervor: Mit rollendem und gurgelndem Englisch, mit der wildfliegenden roten Mähne und der hohen, schlaksig-spillerigen Figur präsentiert der Marthaler-Akteur einen Bilderbuch-Teufel. Die Texte der drei «Duivel» (flämisch) filterten Regisseur Stephan Müller und Dramaturgin Ute Haferburg aus John Miltons «Paradise Lost», es entsteht beinahe so etwas wie eine Sprechpartitur, die ...
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