Miau!
Opernstudios sind die Kaderschmieden der großen Häuser. Hier sammeln die Gesangsabsolventen der Hochschulen Praxiserfahrung und erhalten neben der Bühne zusätzlich noch ein Coachingprogramm angeboten. Eine tolle Einstiegsmöglichkeit in den Beruf. Den Anfang der Abschlussproduktion des aktuellen Jahrgangs vom städteübergreifenden Opernstudio NRW macht jedoch Intendant Matthias Schulz: Er muss das Publikum über die widrigen Probenumstände, sprich: die zahlreichen Krankheitsfälle informieren.
Aus der Not wird eine Tugend, denn die kurzfristige Umbesetzung ist in musikalischer Hinsich ein Glücksfall: Tenor Katleho Mokhoabane (aktuell absolviert er in Köln sein Konzertexamen) empfiehlt sich mit Nachdruck als hochbegabter Sänger: präsent, aber dennoch klangschön, beeindruckend in der Gestaltung.
Der Abend ist zweigeteilt: In der ersten Hälfte erklingt Hans Werner Henzes «Das Wundertheater». Humorvolle Musik, sinnlich, illustrierend. Die Handlung: Zwei Theatermacher – Chanfalla und Chirinos – erlauben sich einen Spaß. Dem Nachbardorf wird das titelgebende «Wundertheater» präsentiert. Man gaukelt dem Dorfpublikum vor, nur der könne die imaginären Figuren des Stückes sehen, der in einer ...
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Opernwelt 7 2022
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Susanne Westenfelder
Die Oper hält, was der Titel verspricht. «Lieder von Vertreibung und Nimmerwiederkehr». Damit beginnt die Münchner Musiktheaterbiennale, Bernhard Gander hat die Musik dafür geschrieben, Serhij Zhadan, geboren im gerade vom Krieg verwüsteten Luhansk, den Text. Natürlich entstand das Werk weit vor dem Beginn von Putins Irrsinn, aber was einem nun mit harschen,...
Nach zwei reduzierten «Herbsteditionen» in den Corona-Jahren meldeten sich die Schwetzinger Festspiele 2022 mit zwei Aufführungen zurück und knüpften damit an die langjährige Schwetzinger Tradition der Mischung aus Alt und Neu an. Die Uraufführung galt in Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen Johannes Kalitzkes Oper «Kapitän Nemos Bibliothek», die Ausgrabung...
Alles fiel bei diesem Debüt im Sommer 1972 zusammen. Erstmals stand Bernd Weikl auf der Bayreuther Bühne, als Wolfram, in einer Partie also, die maßgefertigt war für seinen lyrisch sozialisierten Bariton. Und dies auch noch in Götz Friedrichs umkämpfter Deutung von Wagners «Tannhäuser», die den Grünen Hügel endgültig in die Regie-Gegenwart katapultierte. Wir wissen...
