«Mein lieber Orffeo»

Carl Orff im Briefwechsel mit dem Regisseur Günther Rennert

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Anders als Walter Felsenstein und Wieland Wagner, die als Mitbegründer des modernen Regietheaters gelten, hat Günther Rennert (1911–1977) kaum Spuren in der Theatergeschichte hinterlassen. Dabei war der Hamburgische (1946–1956) und Münchner (1967–1976) Intendant zu seinen Lebzeiten ebenso bekannt wie seine beiden berühmteren Kollegen.

Zwischen dem hochstilisierten Realismus Felsensteins, als dessen Regieassistent er begann und dem abstrahierenden Neubayreuther Stil Wieland Wagners nimmt sich Rennerts psychologischer Realismus – mit dem Ziel, so er selbst 1943, «dem Autor nachzuspüren, in seinem Sinn zu gestalten und seine Gedanken zu vermitteln» – heute seltsam unentschieden, ja kompromisslerisch aus. Wer sich an seine große Zeit in München, Salzburg und Stuttgart (wo er zwischen 1955 und 1976 allein 42 Opern und zehn Schauspiele herausbrachte) noch erinnert, dem sind allerdings seine Mozart-Inszenierungen und sein Engagement für die Moderne, aber auch seine dezidierte Liebe zur Spieloper von Rossini über Lortzing bis zu Wolf-Ferrari im Gedächtnis geblieben.

Dass sich der Rationalist Rennert intensiv mit Carl Orff auseinandergesetzt hat und – so er selbst 1975 – dem «Meister des ...

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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Uwe Schweikert

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