Mehr Premieren, mehr Proben, mehr Stücke
Herr Meyer, in einem Interview sagten Sie, das Budget der Staatsoper sei «nicht in Ordnung» – die Wiener Staatsoper erhalte zur Zeit nicht einmal die Hälfte der Subvention der Pariser Oper. Glauben Sie, das ändern zu können?
Was ich gemeint habe, ist, dass die Staatsoper seit Jahren keine Erhöhung bekommen hat. Auch wenn die Inflation in den letzten 20 Jahren nicht mehr so hoch war, sind die Gehälter regelmäßig gestiegen wie die Gehälter der Bundesangestellten. Diese Erhöhungen hat man jahrelang mit Einsparungen und Notlösungen finanziert.
Auf Dauer ist dies aber nicht möglich. Das weiß die Regierung. Deshalb hat sie vor ein paar Monaten eine Evaluierung der Bundestheaterbudgets in die Wege geleitet. Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit dem Bund die notwendigen Lösungen finden werden. Übrigens ist das Budget für die Spielzeit 2010/11 «in Ordnung».
Was erwarten Sie von der Kultursubvention in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten? Was befürchten Sie?
Die Krise ist überall spürbar und stellt auch unsere Kulturwelt infrage. Natürlich müssen wir in dieser Angelegenheit sehr vorsichtig sein, aber ich weiß, dass die Kultur, und speziell die Oper, in Wien immer noch eine ...
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Christoph Schlingensief war ein Passions-Künstler und Ritual-Verweser. Vieles bei ihm kam aus Wagners Opernwelt – und führte wieder in diese zurück: Das Gesamtkunstwerk wird globalisiert und lokalisiert zugleich, das gilt für Bayreuths Grünen Hügel wie für die Grünen Hügel Afrikas. Schlingensiefs Tod zwingt erneut zum Nachdenken über Kunst und Leben.
Es war gewiss...
Memoiren seien die Zeitbomben des Pensionisten, sagte Henry Kissinger. Das mit dem Pensionisten trifft im Falle Ioan Holenders nicht ganz zu, denn der 75-Jährige ist als Berater großer Opernhäuser und Festivalleiter weiterhin im Geschäft. Darauf verweist auch der Titel seines neuen Buchs, das pünktlich zum Abschluss seiner Direktionsära erschien: «Ich bin noch...
Raymond Chandlers bester Roman nennt sich «The Long Good-Bye», und dieser Titel passt auch zu Ioan Holenders Abschied von der Wiener Staatsoper. Begleitet wurde dieser Abschied von einer langen Reihen von Aktionen: Matineen, Pressekonferenzen, Show-Interviews, Aufführungen. Darin eingeschlossen die Abschiedsvorstellung Ende Juni, Wagners «Parsifal», mit dem...
