Der lange Abschied

Eine Sechs-Stunden-Gala zu Ehren Ioan Holenders an der Wiener Staatsoper

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Raymond Chandlers bester Roman nennt sich «The Long Good-Bye», und dieser Titel passt auch zu Ioan Holenders Abschied von der Wiener Staatsoper. Begleitet wurde dieser Abschied von einer langen Reihen von Aktionen: Matineen, Pressekonferenzen, Show-Interviews, Aufführungen. Darin eingeschlossen die Abschiedsvorstellung Ende Juni, Wagners «Parsifal», mit dem Holenders Amtszeit vor zwei Jahrzehnten begonnen hatte. Auch diesmal mit Waltraud Meier als Kundry und Plácido Domingo in der Titelpartie.

Der Spanier kam allerdings bloß zu «Nur eine Waffe taugt» auf die Bühne; den längsten Teil des Abends bewältigte der bravouröse Stephen Gould.

Höhepunkt von Holenders «Long Good-Bye» war zweifellos die Gala am 26. Juni, die Wagners Alterswerk an Länge beinahe überbot: sechs Stunden inklusive zweier Pausen, in denen die unerschrockene Zuhörerschaft gratis mit Getränken und Häppchen gelabt wurde. Als das Konzert begann, waren einige der angesagten Künstler noch im Anflug auf Wien, darunter Anna Netrebko und Domingo, Simon Keenlyside, Ferruccio Furlanetto, Antonio Pappano. Sie wurden nach ihrer Landung eilig an den Ring gebracht (weswegen das Programm umgestellt und etwa Siegmund/Domingos ...

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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: Wiener Welt, Seite 42
von Gerhard Persché

Vergriffen
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