Mehr als ein Versprechen

Marina Viotti erinnert in ihrer Solo-Debüt-CD an die große Pauline Viardot

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Pauline Viardot war eine der großen Künstlerfiguren des 19. Jahrhunderts. Als Tochter einer weitgereisten spanischen Sängerfamilie, Schwester der berühmten Diva Maria Malibran und des nicht minder berühmten Gesangslehrers Manuel García junior schien ihr Weg vorgezeichnet. Doch die Viardot wollte, als Schülerin Reichas und Liszts, Komponistin werden und wurde es auch – allerdings nur im Nebenberuf. Nach dem frühen Unfalltod ihrer Schwester schlug sie eine Gesangskarriere ein.

Als universal in allen Künsten gebildete Anti-Diva prägte sie die Kultur ihrer Zeit wie keine andere Sängerin, förderte das Schaffen jüngerer Komponisten und schrieb mit der spektakulären Premiere von Glucks «Orphée et Euridice» in der Bearbeitung von Hector Berlioz 1859 am Pariser Théâ-tre-Lyrique Musikgeschichte.

Die halsbrecherisch schwere Arie «Amour, viens rendre», die Gluck 1774 am Ende des ersten Aktes für den Pariser Tenor Le Gros nachkomponierte, steht denn auch kaum zufällig am Beginn des Konzeptalbums, mit dem Marina Viotti, gleichsam in Nachfolge von Cecilia Bartolis Malibran-Album «Maria», Pauline Viardot nun die Ehre gibt. Viotti selbst erweist sich dabei mit biegsamer, farbenreicher ...

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Opernwelt 12 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 33
von Uwe Schweikert

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