Manche mögen’s kalt

Paweł Szkotak schickt das Personal von Mozarts «Così fan tutte» in Warschau auf die Liebesschulbank, Adam Banaszak gibt im Graben den entfesselten Prometheus

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Manhattan kann magisch sein – wenn man das nötige Kleingeld hat, um den Spaß zu finanzieren, der die Magie auszulösen vermag. Jene beiden Paare, die noch bei Lorenzo Da Ponte (der sein letztes Lebensdrittel in New York verbrachte, vom Obst- und Gemüsehändler in der Bowery zum Professor mutierte und wehmütig wie zahnlos auf sein an Amouren reiches Leben zurückschaute) und Wolfgang Amadeus Mozart unter neapolitanischen Zitronenbäumen von der Muße sowie dem damit verbundenen Genuss träumten, sind auf unergründlichen Wegen dort gelandet.

Das zumindest suggeriert jenes «Bild», das auf der Bühnenrückwand prangt, mit einer Kopie des Empire State Building, einigen anderen Wolkenkratzern sowie einem Hauch von Flieder. Ein Idyll, indem sich Fiordiligi, Guglielmo, Dorabella und Ferrando eingerichtet haben und in ihrem schick-mondänen Loft das Savoir-vivre üben, mit den üblichen Ingredienzen: Weißwein, Wellness und weißgewandete Dienerschaft. Da aber Mozarts Opera buffa «Così fan tutte» im Untertitel «La scuola degli amanti» heißt, wird das Dolce-vita-Quartett von Regisseur Paweł Szkotak in Warschau auf die Schulbank gedrückt. Ihr Lehrer Don Alfonso, den Artur Janda sehr gekonnt als ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Jürgen Otten

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