Mal ehrlich August 2017

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Ach, der Sommer! Faule Nachmittage in der Sonne, blühende Gärten, Picknicks auf der Wiese – und Oper Open Air. Wir Briten fahren auf Outdoor-Bühnen total ab. Beim ersten Sonnenstrahl im April rauscht alle Welt zum Baumarkt, um Grill und Gartenmöbel zu kaufen; zugleich gehen Tickets zu Freiluftveranstaltungen aller Art weg wie warme Semmeln. Gerade so, als hätten wir noch nie einen englischen Sommer miterlebt. Die Niedrigtemperaturen und Rekordhochwasser im letzten Jahr? Längst vergessen.

Ich habe oft draußen gesungen. In Italien geht das immer. Griechenland? Keine Wolke am Himmel.

Südfrankreich? Nie ein Tropfen Regen. Aber bei uns ist die Wette auf Sommer ein Glücksspiel, auf das sich nur eine Nation mit Hang zu Sarkasmus und Selbstgeißelung einlassen kann.

Als das Festival in Garsington noch in den Kinderschuhen steckte – ein richtiges Theater gab es noch nicht –, sang ich dort  den Ferrando in «Così fan tutte». Noch heute sträuben sich mir die Haare beim Gedanken an «Un aura amorosa». Ton für Ton verpuffte in feuchtkalter Luft, während Flugzeuge den grauen Himmel pflügten; Wind lüpfte mein Kostüm. Dem Continuo schloss sich ein Rasenmäher an, irgendwo in der Nachbarschaft ...

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Opernwelt August 2017
Rubrik: Aus dem Leben eines Taugenichts, Seite 65
von Christopher Gillett

Vergriffen
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