Mafiosi in der Tiefgarage
Aha, denkt der MTV-versierte Zuseher sich zu Beginn: «Alles im Arsch». An den Videoclip zu diesem Song von Jan Delay und Udo Lindenberg erinnert, was sich da beim «Trovatore» auf der neuen Bühne des Slowakischen Nationaltheaters tut: Mafiosi konspirieren in einer Tiefgarage, und ihr Anführer (Schlapphut, Sonnenbrille, lange Haare) scheint Udo, dem Paten aller deutschen Rockbarden, wie aus dem Gesicht gerissen. Letzteres ist Zufall; das Ambiente ist es nicht.
Denn das Geschehen wickelt sich nicht in Spanien ab wie bei Gutiérrez und Cammarano/Verdi, sondern im neuen Nationaltheater von Bratislava. Martin Bendíks Inszenierung nimmt mit viel Ironie die Fährte der verwickelten Ereignisse um das neue Haus auf.
Dass dort nun Oper gespielt wird, war während der langen, 21-jährigen Baugeschichte nicht immer selbstverständlich; zwischendurch schienen die Künste tatsächlich an jenem Ort, den Jan Delays Song suggeriert. Ein kurzer Rückblick: 1979 beschloss die slowakische Landesregierung (der damaligen Tschechoslowakei), ein neues Nationaltheater zu bauen, da der alte Helmer-Fellner-Bau technisch überaltert war und aus allen Nähten platzte. Im Wettbewerb 1980 siegte das Projekt der ...
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