Märchenstunde

Lydia Steier sucht den kindlichen Blick auf Mozarts «Zauberflöte», Constantinos Carydis die extremen Enden der Musik

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Um halb zehn kommen die Jagdflieger. Zeit für den Mörike-Moment: «Über das Haupt stürzt dir krachend das Himmelsgewölb’». Minutenlang ist das große Festspielhaus zu Salzburg erfüllt vom Dröhnen der Maschinen, vom Geräusch einschlagender Bomben, von undefinierbarem Geschrei. Es ist das pure Grauen des Kriegs, das sich hier, in elektronisch verstärkten Tönen und (über eine eigens dafür installierte Videowand) rennenden Bildern, ausbreitet und all jenen, die glaubten, die Welt sei vielleicht doch nicht mehr als ein lustiger Zirkus, tiefe Angstfurchen auf die Stirn zeichnet.

Aber hat das alles auch etwas mit der «deutschen» respektive «großen» Oper zu tun, die hier aufgeführt wird?

Ja, sagt Lydia Steier, die erstmals in Salzburg inszeniert und sich für ihr Debüt gleich das dritte große Rätselwerk der Kultur ausgesucht hat, als das Peter von Matt Mozarts «Zauberflöte» einmal bezeichnet hat, neben Shakespeares «Hamlet» und Leonardo da Vincis «Mona Lisa». Ein Werk, das durch die Rezeptionsgeschichte des Festivals nicht eben leichtgängig wirkt, angesichts von 17 Inszenierungen in den vergangenen 90 Jahren.

Was tun? Zu neuen Ufern streben. Steier und ihr Team erzählen die «Zauberflöte» ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 7
von Jürgen Otten

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