Heiße Bilder, kühles Feuer

Franz-Welser Möst und Romeo Castellucci machen in der Felsenreitschule die «Salome»-Musik von Richard Strauss sichtbar

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Salzburg

Salzburg schwitzte. Aber die Reise zu den diesjährigen Sommerfestspielen lohnte sich: der bildmäch­tigen Regiehandschriften wegen und auch, weil Dirigenten von Format am Werke waren. In der Felsenreitschule korrespondierten Romeo Castelluccis heiße «Salome»-Bilder mit dem kühl-analytischen Feuerstrom, den Franz Welser-Möst entfachte; im Großen Festspielhaus gab es Oper als Kraftwerk der Gefühle: «Pique Dame» von Hans Neuenfels und Mariss Jansons, «Die Zauberflöte» von Lydia Steier und Constantinos Carydis.

Außerdem: Anmerkungen zum Young Conductors Award und Young Singers Project

Das Wort des Tetrarchen ist Gesetz. In lakonischer Kürze nimmt Oscar Wilde dies in die Regieanweisung zu seinem Einakter «Salome» von 1891 auf. So übersetzte es Hedwig Lachmann ins Deutsche, so verkomponierte es Richard Strauss, anno 1905. Nur drei gibt es, denen ist die Allmacht eines antiken Alleinherrschers ganz augenscheinlich völlig schnuppe: Salome, Prinzessin von Judäa; Jochanaan, der Prophet; sowie Romeo Castellucci, der diese Oper in Salzburg neu inszeniert hat.

Als Herodes (John Daszak) über den toten Hauptmann Narraboth (Julian Prégardien) stolpert und unwirsch «Fort mit ihm» ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Eleonore Büning

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