Märchenhaft

Das New Generation Festival Florenz glänzt mit einer stimmlich exzellent besetzten Aufführung von Rossinis «La Cenerentola»

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Göttinnen und Götter weisen den Weg. Antike Skulpturen schauen versteckt aus den lauschigen Nischen und Hecken eines veritablen Lustgartens heraus. Die Giardini di Boboli gleichen einem Gesamtkunstwerk des italienischen Gartenbaus. Oberhalb des Palazzo Pitti strecken sie sich den Hügel empor – allein das ein spettacolo, ein Paradebeispiel für jene Kultur der Augen, die hier spätestens seit der Renaissance in Kirchen, Kapellen und Palästen geradezu übersprudelte.

Michelangelo ist gewissermaßen omnipräsent, seine in makelloser, dennoch anatomisch naturalistischer Schönheit idealisierte Modellierung eines gekreuzigten Christus in der Kirche Santo Spirito gehört zu den unendlichen Entdeckungen, die Florenz im Spätsommer des Pandemiejahres 2020 so ganz ohne Anstehen vor Museumskassen und Eiscafés ermöglicht.

Es ist eine Fügung des Schicksals, dass hier, wo die Medici und zahllose Architekten das Boboli-Kleinod über Generationen immer prachtvoller ausbauten und die Camerata Fiorentina zeitgleich dank ein paar glücklicher Missverständnisse die Gattung Oper erfand, einmal mehr eine Renaissance stattfindet. Zwar nicht mit den kompositorischen und dichterischen Gründungsvätern Caccini, ...

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Opernwelt November 2020
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Peter Krause

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