Machtlos gegen das Leid

Frankfurt, Eötvös: Angels in America

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Engel haben Hochkonjunktur: Zeitschriften, Buchhandlungen und Versandfirmen widmen sich den geflügelten Himmelsboten, Kirchenmänner freuen sich über die Sehnsucht nach Transzendenz, die aus der um sich greifenden Manie spricht. So gesehen war Tony Kushners Doppeldrama «Angels in America» seiner Zeit weit voraus, als es 1992 herauskam: Kushners Engel, die man angesichts der Ausbreitung der Aids-Epidemie in den achtziger Jahren dringend als Schutzpatrone benötigt hätte, verheißen allerdings keine Erlösung.

Sie sind vielmehr selbst auf der Suche nach einem Propheten, stehen dem Lieben und Leiden der Figuren machtlos gegenüber. Peter Eötvös hat aus dem Sieben-Stunden-Stück eine Oper von zweieinhalb Stunden Spieldauer destilliert, für deren Pariser Uraufführung 2004 alle Register des Ausstattungs-theaters gezogen wurden (siehe OW 1/2005). In der aktuellen Frankfurter Produktion hat Regisseur Johannes Erath die Handlung, soweit möglich und sinnvoll, zu einer Art Traumerzählung der Hauptfigur verdichtet.
Der junge, an Aids erkrankte Prior Walter (Michael McCown) durchlebt diesen Traum, teils in Rückblenden, auf einer aseptisch weißen Bühne, die in der Mitte geteilt ist: Auf der einen Seite ...

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Opernwelt Mai 2009
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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