Hindemith: Cardillac
«Celebrities» hieß eine Berliner Ausstellung im Hamburger Bahnhof, die Andy Warhol und seinen Stars huldigte. Gleichzeitig analysierte man dort den «Kult des Künstlers», eines allmächtigen «Schöpfers», in dessen Seele Gespenster oder Teufel hausen können. «Reliquien vom Künstlergott haben zu wollen», so der Berliner Museumschef Peter-Klaus Schuster, «das treibt den Markt an». Vom Geniekult des 19. Jahrhunderts zehrt noch die Oper im 20.
, jedenfalls setzt der «Cardillac» Paul Hindemiths, 1926 an der Dresdner Staatsoper unter Fritz Busch aus der Taufe gehoben, diesen Künstlerbegriff als unzweifelhaft voraus. Die Dämonie des Genies ist hier ins Kriminelle gewendet, mehr als in E. T. A. Hoffmanns Erzählung vom «Fräulein von Scuderi», nach der Ferdinand Lion das Libretto schuf.
Der geniale Pariser Goldschmied Cardillac ist von der Zwangsvorstellung besessen, seine Juwelen, die Preziosen seiner Handwerkskunst, nicht loslassen zu können. Er verkauft sie und holt sie sich postwendend zurück, indem er die neuen Besitzer mordet. Cardillac weiß um das «Geheimnis» des Künstlers: «Aus den Werken saug ich meine Kraft, und meine Kraft geb ich den Werken hin».
Regisseur Philipp Himmelmann und ...
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