Tiefe durch Erfahrung
Herr Mehta, Sie sind als Sänger seit fast 20 Jahren im Geschäft, damit gehören Sie inzwischen zu den dienstältesten Countertenören. Wie geht es Ihnen momentan?
Die Stimme läuft besser denn je, und meine Körperspannung ist in sehr guter Balance. Dadurch kann ich übrigens auch besser entspannen. Und durch Entspannung kommen mehr Farben in die Interpretation und in die Stimme selbst.
Dabei heißt es ja oft, Countertenöre könnten nicht so lange singen.
Es ist ein Vorurteil, dass Countertenöre wie Balletttänzer sind: Mit 40 ist es aus.
Das ist bei manchen so gewesen, weil sie keine gute Technik hatten, muss aber nicht so sein. Ich bin doch ein Beispiel dafür, dass die Stimme bleiben kann und soll. Es gibt aber sehr wohl das Problem, dass die Karrieren von Sängern allgemein heute immer kürzer werden. Das ist wahnsinnig schade. Denn nur durch Erfahrung gewinnt man an Tiefe.
Meinen Sie emotionale Tiefe?
Damit auch zartere Farben wirklich gut klingen, muss man die Luft wie von selbst hineinströmen lassen. Man darf nicht eng werden. Das ist aber nicht so einfach, besonders wenn einem dabei mehr als 2000 Leute zusehen. Es geht nur mit viel Erfahrung. Deshalb gewinnt die Stimme mit dem Alter an ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Michael Stallknecht
Am Ende gibt es Kusshände fürs Publikum. Jens-Daniel Herzog wirft sie auch jenen zu, die laute Buhs in Richtung Bühne brüllen, zeigen sie doch, dass er mit seiner Inszenierung zumindest wieder eine Reaktion erzwingen konnte bei seinen Dortmundern. Nach sieben Jahren Opernintendanz wechselt Herzog zur kommenden Spielzeit ans Staatstheater Nürnberg. Was von ihm im...
Welcher Intendant würde nicht gerne über die Gabe der Bilokation verfügen? Vorbildlich darin ist Serge Dorny. Omnipräsent und in bester Laune jagt er durch sein gläsern-schwarzes Opernhaus, von Talk zu Talk, von Interview zu Interview. Die Pressekonferenz in München, die sein Engagement ab 2021 bekannt gab, ist erst wenige Tage her. Fast könnte man über all dem...
Schon das erste Bild fasziniert in seiner suggestiven Erzählkraft: Das vielfach verflochtene Schicksalsseil der Nornen hängt, den gesamten Hintergrund ausfüllend, in zwei riesigen Knoten aus dem Schnürboden herab. Ein gelungener Entwurf der für das Bühnenbild zuständigen japanischen Installations- und Performancekünstlerin Chiharu Shiota – klar in der Optik,...
