Lustvoll an der Oberfläche

Purcell: The Fairy Queen Stuttgart / Schauspielhaus

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Blutüberströmte Kinderleichen, literweise Sperma, durchbohrte, geschändete Körper, Regie-Berserker, Bühnen-Radikaler ‒ ob Calixto Bieito solche Markenzeichen, die ihm von Dramaturgen und Marketingabteilungen der Theater voran- und von der Kritik hinterhergetragen werden, nicht langsam fad werden? Während alle Welt den Mann auf den Wiedererkennungswert «Skandal» festzerren will, versucht er selbst immer wieder, die sehnlichst erwartete Provokation (denn Theater brauchen ihre Schlagzeilen) zu umgehen.

Und damit zu zeigen, dass «Radikalität» keine Handschrift, sondern die Forderung eines Stückes sein sollte.

Und die zerschellt an einer filigranen Komödie wie Shakespeares «Sommernachtstraum», in der zwar schmerzhafte Erfahrungen mit der Liebe gemacht werden, die aber nicht die Welt umstürzen, sondern nur die schlichte Tatsache ihrer Triebsteuerung bestätigen. Die disparaten Handlungsebenen bei Shakespeare wurden von den Theaterleuten der englischen Restaurationszeit nochmals fragmentiert, verwässert und mit Musikeinlagen von Henry Purcell verquickt, so dass in der semi-opera «The Fairy Queen» von 1692/93 von einer durchgehenden Handlung nicht viel übrig blieb.

Wer also die «Fairy Queen» ...

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Opernwelt März 2016
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Michael Struck-Schloen

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