Lost in Loops
Ein randloses Quadrat schwebt über dem Konzerthausorchester Berlin. Auf einer Leinwand Wolken vor blauem Himmel – eine Wohlfühlästhetik wie angesichts der Einblendung weiser Lebenshilfesprüche bei «Instagram». Nicht nur das quadratische Format, auch das Programm weckt Digitalisierungsassoziationen. In kurzweiliger Playlist-Manier werden genreübergreifende «Best-of»-Augenblicke hintereinander aufgereiht: Die schönsten Momente der Strauss’schen «Alpensinfonie» treffen auf Bob Dylan und die «Bravo-Hits der Oper».
Anlass bildet die Feier zur Gründung des Theaterkollektivs Nico and the Navigators vor 25 Jahren. Seit 1998 gibt es also diese von Nicola Hümpel und Oliver Proske zum Leben erweckte Kompanie, die beständig (und interdisziplinär) die musiktheatrale «Ausweitung der Kampfzone» übt.
Auch auf der Bühne findet eine «Nummernrevue» statt: Diverse Stationen zum Thema «Rausch» werden variativ illustriert, getanzt – und ätherisch auf die Leinwand projiziert, mit Filtern aufgehübscht. Das bietet für die erste Hälfte des Abends ansprechende Unterhaltung. In der zweiten Hälfte neigt die Inszenierung zu Repetitionen: Sämtliche szenischen Farben sind bereits aus der ersten Hälfte bekannt. ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Susanne Westenfelder
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