Appell und Dorn
Der Furor einer künstlerischen Aussage: Wann greift er uns noch wirklich an? Beim diesjährigen «Opera Forward Festival» in Amsterdam waren es gleich zwei von drei Abenden, die, im existenziellen Sinne, als Appell (mit Dorn), tief bewegten – hinreißend, hirnzerreißend.
Vor dem Eisernen Vorhang im Opernhaus spielt das Ein-Frau-Stück «Perle Noire: Meditations for Joséphine» von Tyshawn Sorey, der hier auch als Pianist und Schlagzeuger auf der Bühne vertreten ist.
Inszeniert von dem inzwischen 65-jährigen Peter Sellars sehen wir die Sängerin Julia Bullock auf einem achtstufigen Podest in der Bühnenmitte, illuminiert von einem quadratischen Lichtkessel, der sich – der Schatten der Vergangenheit ist groß – im Laufe der Vorstellung nach oben hin zum Rechteck verdoppelt. Zur Seite: Flöte, Fagott und Saxophon (rechts) sowie D-Flügel, Schlagzeug und E-Gitarre (links). «Fair Play» im Serviervorschlag: Der Titel des Werks entpuppt sich in den ersten 20 Minuten als absolut ehrlich: Wir erleben eine zunächst ins Innere strebende Meditation über die legendäre Tänzerin, Sängerin, Schauspielerin und Widerstandskämpferin José-phine Baker. Wir schließen die Augen, versetzen uns in die 1920er- und ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Im Fokus, Seite 20
von Arno Lücker
Verdis Oper «La forza del destino» dreht sich um die tragische Liebe zwischen Leonora und Don Alvaro. Die verbindende Liebe zwischen beiden erfährt massive Beeinträchtigungen: durch die Konflikte zwischen den jeweiligen Familien und durch gesellschaftliche Vorurteile. Am 1. April war die Premiere dieser Oper am Staatstheater Kassel.
Der österreichische Regisseur...
Schwer sind die Bronzetüren des Goetheanums, der Weg zur Initiation soll kein leichter sein. Drinnen warten bereits Eingeweihte mit deutschen wie englischen «Suche Karte»-Schildern auf Erlösung. Aus aller Welt sind Anthroposophen ins schweizerische Dornach gekommen, um dabei zu sein, wenn in ihrem Herzzentrum erstmals der «Parsifal» gezeigt wird – am Palmsonntag,...
VORSCHAU
Intensität
Seine Anfänge liegen im Männergesangsverein Neu-Listernohl (Westfalen). Seit Jahren aber sind die großen Bühnen der Musiktheaterwelt sein Zuhause. Dort reüssierte Georg Zeppenfeld zunächst mit Mozart und Verdi, bevor er zu einem der wichtigsten Wagner-Bässe unserer Zeit wurde. Ein Interview
Innovation
Sie ist eine Grenzgängerin, eine...
