Lieder ohne Melodien

Äneas Humm singt Stücke von Beethoven, Schubert, Beach und Marx

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Äneas Humm gebietet zweifelsohne über eine ausgezeichnete, charakteristische Baritonstimme, frei und offen, unmittelbar ansprechend, nobel im Ausdruck. Eine Stimme, die darüber hinaus durch vorbildliche Textverständlichkeit besticht. Auf dem Album mit dem Titel «Libertas» finden sich außerdem zwei seltene Komponisten-Namen: Amy Beach und Joseph Marx. Das klingt interessant, ist es aber letztlich nicht. Der Sänger und sein vorwiegend auf Chormusik spezialisiertes Label riskieren damit viel – große Gefahr, kein Gewinn.

Die Frau aus Boston und den Mann aus Graz als Traditionalisten zu bezeichnen, wäre geschmeichelt; sie waren Epigonen von stark begrenzter Erfindungskraft. Ihre ambitioniertesten Werke, Beachs «Gaelic Symphony» (1896) und Marx’ «Herbst-Symphonie» (1921), sind definitiv keine Bereicherung des Repertoires. Sie liegen beide auf Tonträgern vor, doch wird sich das freiwillig kaum jemand zweimal anhören. Besonders deutlich tritt das Unvermögen zu einer klaren Aussage im Liedschaffen hervor. Werden diese Versuche auch noch mit Beethoven und Schubert kombiniert, läuft es auf eine Kompromittierung hinaus. Der Abstand zu den großen deutschsprachigen Lyrikern um 1920 – Richard ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Medien, Seite 42
von Volker Tarnow

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