Liebestraum

Schreker: Der ferne Klang Lübeck | Theater

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Schrekers Süffigkeit macht süchtig. Jedenfalls dann, wenn die fiebrig-nervöse Gespanntheit dieser Musik in all ihrer schwülen Salome-Sinnlichkeit so passionsprall ausmusiziert wird wie im Theater Lübeck. Dort knüpft Andreas Wolf als kommissarischer Generalmusikdirektor an die Zeiten an, als Roman Brogli-Sacher das Zepter schwang und dem Opernhaus – nicht zuletzt mit einem beachtlichen Wagner-Zyklus – zu überregionaler Relevanz verhalf.

Die dirigentische Nachfolge des in Lübeck eher glücklosen Ryusuke Numajiri konnte bislang nicht geklärt werden, nachdem es mit Marc Piollet zu keiner vertraglichen Einigung kam. Derweil demonstriert Wolf, nominell «nur» 1. Kapellmeister, dass er durchaus keine Verlegenheitslösung ist. Er besitzt das dramatische Feuer für die grellen Verismo-Töne des ersten, den Farbsinn für die impressionistischen Traumsequenzen des zweiten, das agogische Gespür für das Tristan-Sehnen des dritten Akts. Die Philharmoniker beweisen unter seiner Leitung, dass ihre Einstufung als B-Orchester eine quantitative ist: Souverän, stilgenau, motivationsmaximiert mischen sie Schrekers gewagtes Amalgam aus Oper, Operette, Schlager, Jazz und Folklore ab.

Doch nicht allein die ...

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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Peter Krause

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