Besonders eindrücklich: Misato Mochizukis «Têtes» mit Paul-Alexandre Dubois; Foto: SWR/Astrid Karger

Damit wir sehen, was wir hören

Inszenierungen neuer Musik bei den Donaueschinger Musiktagen

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Die Donaueschinger Musiktage werden getragen vom Südwestrundfunk. Als eines der letzten Feigenblätter vertreten sie den Kulturauftrag der Öffentlich-Rechtlichen. Alle Festivalkonzerte werden als Mitschnitt gesendet, sechs davon live.

Wunderbar!

Wer aber, beispielsweise nachts, auf der Autobahn, einer dieser Übertragungen lauscht, der sieht sich plötzlich konfrontiert mit ketzerisch-absurden Fragen: Ist die Musik der Gegenwart im Radio überhaupt noch darstellbar? Verlangen nicht längst die Werke selbst, als instrumentales Theater oder inszeniertes Konzert, dass wir sehen, was wir hören? Wäre nicht, konsequent weitergedacht, eher das Fernsehen die probate Transfer-Plattform für all diese disparaten, grenzüberschreitenden Genres, eigentlich schon seit den Zeiten Kagels und Schnebels?

Gleichwohl hatte Björn Gottstein, künstlerischer Leiter der Musiktage, «Neue Konzertformen» für 2017 gefordert. Fast alle 20 Uraufführungen folgten dem Ruf, etliche boten Musiktheater pur. Besonders eindrücklich: «Têtes», eine «szenische Poesie» von Misato Mochizuki, perfekt performt vom Ensemble MusikFabrik. Das Stück kombiniert die japanische Tradition des Rakugo-Theaters mit der europäischen ...

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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Eleonore Büning

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