Amira Elmadfa (Clorinde); Foto: Thomas M. Jauk/StagePicture
Eine Art Außenwelt
Auch nach der Rückkehr der Berliner Lindenoper ins Stammhaus bleibt die Programmschiene der Schillertheater-Werkstatt mit neuesten Kammeropern erhalten. Die «Neue Werkstatt» befindet sich im Intendanzgebäude und ersetzt den Charlottenburger Hinterhofcharme durch modernisierten Klassizismus: strenge Säulen einerseits, variables Raumkonzept andererseits.
Eröffnet wurde die Spielstätte mit einem eigens dafür verfassten Werk von Lucia Ronchetti. Die römische Komponistin steht dem Musiktheater nah, seinen tradierten Formen jedoch meist fern; auch ihr neues Stück «Rivale» belegt das.
Sie bedient sich eines Stoffes, der Opernkomponisten von Monteverdi bis Rossini angeregt hat – der Geschichte des Kreuzritters Tancred und seiner muslimischen Gegnerin Clorinda. Ronchetti hat sich ein Libretto vorgenommen, das Antoine Danchet 1701 für André Campra schrieb, und verdichtet es zu einem Monodram Clorindes. Situationen, Umstände, auch ihr Gegenüber Tancred sind abwesend, alle Kämpfe letztlich Kämpfe mit sich selbst. Clorinde leidet unter dem Widerspruch, den Mann, den sie liebt, als religiösen Todfeind bekämpfen zu müssen. Wäre sie imstande, diesen Widerspruch in ihrem Inneren aufzulösen, gäbe ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Peter Uehling
Seit zehn Jahren leitet Stefano Mazzonis di Pralafera das Opernhaus in Liège. Er ist gebürtiger Italiener und gelernter Opernregisseur. Sein künstlerisches Credo passt in einen Satz: «Wir sind ein italienisches Opernhaus in Belgien.» Auf dem Spielplan stehen Verdi, Puccini, Belcanto, manchmal Raritäten. Das Haus, in der laufenden Saison zu 100 Prozent (!)...
Selbst unter Gesangskennern scheint Irma Kolassi (1918-2012) ein unbeschriebenes Blatt zu sein. In Jürgen Kestings vierbändigem Standardwerk «Die großen Sänger» jedenfalls wird die französische Mezzosopranistin griechischer Herkunft nicht einmal erwähnt. Mit dieser Unterschätzung räumen die vier CDs ihrer Decca-Aufnahmen aus den Jahren 1952 bis 1955 auf, die der...
Die Teenies mit den Widerhaken, die durchtriebenen Verzierungsschleudern – sie passen nicht zu ihr. Viele Gründe hat das. An der feinherben Bühnenpräsenz liegt es, vor allem aber an einer Stimme, die eher nach Dame klingt und auch nach distanzierter Tragödin. Dabei wurde Marina Rebeka bei Rossini sozialisiert, wie sie im «Opernwelt»-Interview sagte (OW 9-10/2017)....
