Liebe, Zank und Versöhnung
Alptraum oder Traum im antiken Athen? Auf dass der Nachschub an Kriegern funktioniere, sollte «mann» in jedem Fall zwei Frauen heiraten. Das zumindest behaupten – historisch wohl nicht ganz korrekt – Georg Philipp Telemann und sein Librettist Johann Ulrich König in ihrer 1721 in Hamburg uraufgeführten Oper «Der geduldige Sokrates». Also muss der Philosoph nicht nur seinen sprichwörtlich gewordenen Hausdrachen Xanthippe ertragen, sondern eine bislang in der Literatur nicht aktenkundige Dame namens Amitta...
Nigel Lowery hat für seine Inszenierung zusammen mit dem Choreografen Amir Hosseinpour ein spiegelbildliches Einheitsbühnenbild in breitem hellbraunen Resopal-Rahmen entworfen. Alles ist da zweimal vorhanden: die breite, gut ausgestattete Küchenzeile mit Elektroherd samt Fenster aufs Meer und Bücherregalen bis zur Decke. Dazu der Ausblick auf Nebenräume, die als Fototapete unter künstlichen Weinranken dasselbe Bild zeigen wie der Eiserne und der Zwischenvorhang: ein Stillleben aus Büchern (darunter eine wohlbekannte Latein-Grammatik), Weinkorken, Ruinen antiker Säulen darstellend, und ein Tempel aus Pappmaché sowie diverse Matchbox-Autos. Zur Krönung: der Torso eines nackten ...
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Die Inszenierung von Giorgio Battistellis «Prova d’orchestra» am Stadttheater Bern stellt bereits die siebte Neuproduktion dieses mittlerweile zwölf Jahre alten Werks dar. Weitere sind geplant. Was macht das Stück derart populär? Ist es Fellinis bildmächtiger Film aus dem Jahr 1978 oder die oft illustrative Zugänglichkeit von Battistellis Musik? Für den neuen...
Vor zehn Jahren erschien die erste «Opernwelt»-CD. Die Reihe, die seitdem entstanden ist, kann sich sehen und vor allem hören lassen. Immer standen Sängerinnen und Sänger im Mittelpunkt, die von der Plattenindustrie kaum oder einseitig wahrgenommen wurden. Immer haben wir Konzepte mit den Künstlern gemeinsam entwickelt, dabei nicht selten auf verborgene Schätze aus...
Zwar ist die elektromagnetische Aufzeichnung der schärfste Feind nostalgischer Verklärung. Doch gelegentlich vermag sie die Erinnerung auch zu bestätigen. Etwa im Fall der Live-Aufnahme von Webers «Freischütz» vor 35 Jahren an der Wiener Staatsoper. Der 28. Mai 1972 war einer jener Abende, von denen man seinen Enkelkindern berichten möchte. Erstmals stand Webers...
