Liebe auf den ersten Burger
Aschenbrödels Familie ist ausgewandert – in die USA. Dort siedeln der junge englische Regisseur Sam Brown und die Ausstatterin Annemarie Woods «La Cenerentola» an. Dass die beiden Gewinner des European Opera Directing Price und des «Ring»-Award 2011 nun am Luzerner Theater Regie führten, ist kein Zufall: Intendant Dominique Mentha betätigt sich gern als Talent-Scout und hat auch Vera Nemirova und Tatjana Gürbaca früh an sein Haus geholt.
Woods Bühnenbild, eine fensterlose Hausmauer mit der Aufschrift «Palace» und einer schäbigen Metalltür, signalisiert: Wir sind im (vor-) städtischen Nirgendwo. Dort halten sich Aschenbrödel, die hier Angelina heißt, ihr Vater und ihre bösen Stiefschwestern mit einer fahrbaren Hamburger-Bude über Wasser. Gegen Ende der Ouvertüre zieht Angelina den Wagen keuchend auf die Bühne. Auch sonst bleibt alle Arbeit an ihr hängen, sie putzt, rüstet und kocht so realistisch, dass gelegentlich ein Hauch von Gebratenem durch den Saal zieht. Die Schwestern machen unterdessen auf Fitness, flirten mit den Kunden, während der Vater, im schäbigen Morgenrock über der fettigen Kochschürze, sich erst mal hinlegt. Das ist stimmig und mit schrägem Witz inszeniert.
Wenn sich ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Alfred Ziltener
Wir sollten Wagners «Meistersinger» doch bitte nicht zu ernst nehmen, forderte David Alden in einem Interview zur Premiere. Und tatsächlich kaspert sich der viel beschäftigte Brite veritabel durch die drei Aufzüge. Das ist zumindest eine Seite seiner Inszenierung, die allerdings auch immer wieder ins Dunkle, Abgründige, buchstäblich Nachtschwarze kippt. Statisten...
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Jubilare
Obwohl er nie in Bayreuth aufgetreten ist, galt er vielen als bedeutendster Wotan und Holländer seiner Generation: Robert Hale, geboren in Texas, hat sich Zeit gelassen bei der Entwicklung seiner Bassbariton-Stimme. 1965 debütierte er in Denver als Mozart-Figaro, gehörte dann zehn Jahre zum Ensemble der New York City Opera. In Europa hatte er seine größten...
