Leidensgeschichten

Paris, Charpentier: Louise, Bach: Johannes-Passion

Opernwelt - Logo

Charpentiers «Louise», anno 1900 an der Pariser Opéra-comique uraufgeführt und in den folgenden Jahrzehnten rund tausendmal auf dem Spielplan des Theaters, konnte ihren Erfolg, wie manch andere Werke, nicht auf Dauer konservieren. Selbst in Frankreich hielt sich die Zahl der Neuinszenierungen in Grenzen, allerdings wuchs in der jüngeren Vergangenheit das Interesse an Charpentiers «roman musical».

In Toulouse haben Nicolas Joel und Michel Plasson mit dem Bühnenbildner Nicolas de Lajartre den vom Komponisten intendierten Hymnus auf die Stadt Paris überzeugend mit den realistischen Momenten der Handlung verbunden. In Brüssel und Frankfurt zeigten Sylvain Cambreling und Regisseur Jean-Claude Berutti «Louise» als Spiel der Erinnerung: Der Dichter Julien träumt sich in die Geschichte seiner Liebe zur Näherin Louise zurück. Eine konsequente Psychologisierung gelang John Dew in Dortmund, indem er «Louise» mit Charpentiers «Ju­lien ou La Vie du poète» verband, der Fortsetzung der «Louise»-Geschichte, die sich stark ins Symbolistische und Surreale wendet.
Verglichen mit den genannten Aufführungen brachte die jüngste Pariser Inszenierung von André Engel ­einen Rückfall in allzu braven ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2007
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Starke Musik, schwaches Libretto

Ahnenforscher finden bei den Wagners meist fruchtbaren Boden, nicht nur in der realen Familie. So begegnen wir in Siegfried Wagners «Rainulf und Adelasia» beispielsweise dem Ur-Enkel von Meyerbeers «Ro­bert le Diable».
Die historischen Figuren um Rainulf, Ade­lasia und Sigilgaita entdeckte Siegfried Wagner in Graf von Schacks Abhandlung «Die Geschichte der...

Magisches Märchenmysterium

Seit der Wiener Uraufführung 1919 ist «Die Frau ohne Schatten» ein Schmerzenskind des Musiktheaters. Von seinen beiden Autoren maßlos selbstvermessen als «gemeinsames Hauptwerk» geplant, musste das Stück fast zwangsläufig an seiner eigenen Hypertrophie, dem ­literarisch überfrachteten Libretto von Hofmannsthal und der sinfonisch-illustrativen Musik von Strauss,...

Im Umbruch

Ein Opernland im Umbruch. In Belgien werden in der kommenden Saison alle Musiktheater einen neuen Intendanten oder Künstlerischen Leiter bekommen. Peter de Caluwe, bis jetzt Chef des Künstlerischen Betriebsbüros an der Nederlandse Opera in Amsterdam, wechselt zur Saison 2007/08 an die Brüsseler Monnaie. Er ist Nachfolger von Bernard Foccroulle, der das Festival von...