Leiden und Leidenschaft
«Passion» hat Véronique Gens ihr neues Album genannt, mit dem die französische Sopranistin zu ihren künstlerischen Wurzeln zurückkehrt. Gemeinsam mit Louis-Noël Bestion de Camboulas, dem Leiter des sie begleitenden Ensemble Les Surprises, hatte sie den zündenden Einfall, die für die französische Barockoper so typischen kurzen Airs und deklamatorischen Rezitative nicht nur mit Tänzen und Chören aufzulockern, sondern das Ganze als eine Art imaginäre Oper in fünf Akten zu inszenieren.
Gleichzeitig ist das Programm eine Verbeugung vor den beiden ersten Diven der Pariser Opéra, Mademoiselle Saint-Christophe und Marie Le Rochois, die einige der hier von Gens gesungenen Rollen kreierten. «Passion» meint dabei im Doppelsinne der lateinischen «passio» die Verschränkung von Leiden und Leidenschaft. Und so begegnen uns in diesen Szenen Königinnen, Mütter, Zauberinnen und Göttinnen, weicht der sanfte Furor des überschwänglichen Liebesrausches wie der schmerzvollen Klage über den Liebesverlust übergangslos dem finsteren Furor der wütenden Eifersucht und der hasserfüllten Rache. Immer aber sind es majestätische, repräsentative und – wie schon ein Zeitgenosse festhielt – «schreckenerregende ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Uwe Schweikert
Claudio Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria» ermöglicht immense musikalische Freiheiten – die Instrumentation dieser Oper ist bekanntlich nicht überliefert, die «Partitur» enthält nur Melodie- und Gesangslinien sowie den bezifferten Bass. In Pandemie-Zeiten eine ideale Ausgangslage für ein Opernhaus, da eine reduzierte Besetzung möglich ist. Die Dramaturgie...
Wir stehen wieder im Stau, diesmal auf der A59 mitten durch Duisburg. Seltsam, wie gleißend die Sonne noch im September sein kann. Der Binnenhafen mit seinen Lagerhallen und Fahrkränen liegt unter einer weißen Dunstglocke, hinter uns der Ort der Katastrophe bei der Loveparade von 2010, bei der 21 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden, ein tragischer Schnitt...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (11.10.) als Präsenzvorstellung geplanten oder als Stream angekündigten Premieren und Festivals des Monats November 2021. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link: www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
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