Leiden, Schaffen, Lieben

Stephan Mösch über Kaija Saariahos «L’Amour de loin» in Rostock und Mathias Husmanns «Zugvögel» in Greifswald

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In Schauspiel und Film kommen die Heroen der Kompositionsgeschichte prima an, besonders wenn sie von Heroen verkörpert werden. Richard Burton als monomanischer Richard Wagner; Peter Ustinov als verzottelter Beethoven; Martin Held und Ernst Schröder als Bach und Händel, fiktiv sich treffend und verbal sich duellierend: Das alles hat die großen Meister posthum wenig gekratzt. Für Gegenbewegung sorgte weniger der Hollywood-Mozart nach Peter Shaffer als Mauricio Kagel: Sein Film «Ludwig van» war und ist das Gegenteil von Heldenverehrung. Auf der Musikbühne haben es solche Vorhaben schwerer.

Hans Pfitzners Palestrina ringt einsam um Inspiration, Janáceks Zivny («Osud») versucht Liebe und Leben füreinander fruchtbar zu machen. Adriana Hölszky und Hans Neuenfels schickten Giuseppe Verdi zum Meeting mit Sylvia Plath. Alles mühsame Projekte. Wenn Komponisten den Künstler beim Leiden und Schaffen porträtieren wollen, zeigen sie gern auf Dichter und Maler: Matthias Grünewald und jüngst auch Rembrandt haben auf diese Weise das Singen gelernt, wie schon vor ihnen Celan, Hölderlin und Kafka, wobei es zunehmend schick (und unverfänglicher) ist, die Wortsetzer nicht mehr in persona in Töne zu ...

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Opernwelt Juni 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Stephan Mösch

Vergriffen
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Als sich Benjamin Britten Ende der 1960er Jahre mit der Vertonung von Thomas Manns «Tod in Venedig» zu beschäftigen begann, stellte er sich einer Herausforderung, die er sein ganzes Leben über gescheut hatte. «Ich bin so mutig, das Beste zu machen, was ich jemals geschaffen habe», äußerte sich der zu diesem Zeitpunkt schon schwerkranke Komponist – ein Mut, der sich...

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