Künstlertreffen in Ölbronn
Des einen Pech ist des anderen Glück. Beim Konzert zum diesjährigen Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft sollte vor allem der Bariton Sebastian Holecek brillieren. Nach dessen Absage sprang Eike Wilm Schulte ein, immerhin Jahrgang 1939, und riss das Publikum, in dem zahlreiche Kolleginnen und Kollegen saßen, zu Begeisterungsstürmen hin.
Nachwuchstalente, die beim Konzert des Heilbronner Sinfonieorchesters unter seinem neuen Leiter Alois Seidlmeier ihre Chance erhielten, waren diesmal die Mezzosopranistin Josy Santos und der Bass Seungweon Ezio Lee. Unter den Gästen des Künstlertreffens wie immer zahlreiche illustre Namen. Besonders stark vertreten die tiefen Männerstimmen – u. a. Cornelius Hauptmann, Oskar Hillebrandt, Alfred Muff, Wolfgang Schöne, Hans Sotin, Harald Stamm und Ekkehard Wlaschiha. Unter den Damen: Renate Behle, Hannelore Bode, Helena Jungwirth, Helene Schneiderman und Ortrun Wenkel. Die traditionelle Matinee war Wieland Wagner gewidmet, der vor 100 Jahren geboren wurde. Anja Silja, Oswald Georg Bauer und Stephan Mösch diskutierten vor allem über die Bühnenästhetik des Wagner-Enkels, sein Verhältnis zur Musik, seine Probenarbeit, aber auch biografische ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Redaktion
Marc-Antoine Charpentier (1643-1704) – der breiteren Hörerschaft eher als Komponist eines Te Deums und der aus diesem gefilterten Eurovisionsfanfare bekannt – nahm sich des Orpheus-Mythos lange vor Gluck an. Doch seine Tragédie lyrique «La Descente d'Orphée aux Enfers» aus den Jahren 1686-87 blieb vermutlich unvollendet. Geschrieben als Kammeroper für das zehn...
Diese Farben! In allen Nuancen schillern, weben, leuchten sie aus Leos Janáčeks Natur. Morgenrot und Abendgold, Mondweiß und Sonnengelb, Waldgrün und Himmelblau. Das Leben ist bunt hier, voller Überraschungen und Kontraste. Ein sinnenpralles Mosaik, das in keinen Rahmen passt. Genau so klingen «Die Abenteuer der Füchsin Bystrouschka», jene 1924 in Brno...
Die Wanduhr steht auf 6:57. Zwei, drei, vielleicht fünf Minuten, dann wird es vorbei sein. Von der Seite schauen Wachleute ungerührt zu dem Mann herüber, der, auf einer Pritsche festgeschnallt, noch mal den Kopf hebt und verzweifelt durch das bruchsicher verglaste Fenster blickt, hinter dem eine Gruppe Zivilisten sitzt, stumme Zeugen seiner Hinrichtung. Das...
