Thomas Strobel: Otto Brückwald - Ein vergessener Künstler und Architekt. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2017. 384 Seiten; 49,80 Euro

Glücksfall

Eine Hommage an Otto Brückwald, den Architekten des Bayreuther Festspielhauses

Opernwelt - Logo

Wenn im Dunstkreis Richard Wagners von Architektur die Rede ist, fällt zwangsläufig der Name Gottfried Semper: Mit dem Freund aus Tagen des Dresdner Mai-Aufstands teilte Wagner nicht nur das Schicksal des Exilanten. Gemeinsam hatte man viel über ein Festspielhaus der Zukunft nachgedacht. Sempers monumentaler Entwurf für München wurde bekanntlich nicht umgesetzt. Manches davon floss später beim Bau des Wiener Burgtheaters ein. Das Festspielhaus in Bayreuth dagegen baute der – wie Wagner – in Leipzig geborene Otto Brückwald.

Der Tipp kam von Carl Brandt, dem Darmstädter Bühnenmaschinisten, ohne dessen Ideen die ersten Bayreuther Festspiele undenkbar gewesen wären. Wagner bezeichnet Brückwald in seinem Rückblick als «vortrefflichen Architekten», was die Nachwelt nicht davon abhielt, den Mann gründlich zu vergessen.

Gewiss: ein Genie wie Semper war Brückwald nicht. Seine Begeisterung für die italienische und deutsche Renaissance wirkte oft gezügelt durch einen akademisch abgesicherten Klassizismus. Doch hatte er – auch bei Privathäusern – einen Sinn für theatralische Wirkungen und kannte sich mit neuester Bautechnik ebenso aus wie beim historistischen Stilmix. Vor allem dürfte er ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Stephan Mösch

Weitere Beiträge
Von Bach bis Weltmusik

So viel Luther war nie. Bücher, Ausstellungen, Podien, Feiern, musikalische Reverenzen – der Reformator als Superstar. Seine Wittenberger Thesen: als Urknall des Protestantismus und früher Ausblick auf die Modernisierung des Abendlandes gefeiert. Was Doktor Martinus da vor 500 Jahren angestoßen hat, hallte im ausklingenden Jubiläumsjahr in allen Tonlagen nach....

Segen der Technik

Ein gutes Foto, sagt Werner Kmetitsch, kann jeder schießen, auch in der Oper. «Das ist mit der heutigen Technik kein Problem mehr.» Aber eine komplette Produktion zu fotografieren, Szene für Szene, stets verlässlich auf demselben hohen Niveau – das mache den Unterschied zwischen Hobby- und Profifotografen aus. Und Profi wollte Werner Kmetitsch eigentlich nie...

Was kommt... Dezember 2017

FRANCESCO MELI
Radamès, Riccardo, Ernani, Macduff – der Mann aus Genua ist derzeit vor allem als Verdi-Tenor unterwegs. Ein Gespräch

ERMONELA JAHO
Das ausklingende Jahr stand für die albanische Sopranistin ganz im Zeichen Violettas und Cio-Cio-Sans. Wie geht’s weiter? Wir haben nachgefragt

WAGNER-TRILOGIE
Tatjana Gürbaca und Constantin Trinks bringen am Theater an...