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Verdi/Wilhelmi: Dunkel ist die Nacht, Rigoletto!
BIELEFELD | THEATER

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Neben allen zutiefst berechtigten Klagen über die verheerenden Folgen der Corona-Pandemie für den Kulturbetrieb gibt es einige positive Nebeneffekte zu registrieren: Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass gerade kleinere und mittlere Häuser besonders kreativ mit der Krise umgehen, sich nicht vor waghalsigen Experimenten scheuen und ihre Säle auch akustisch überzeugend mit reduziertem Personal zu füllen wissen.

Den Beweis führt die rasante Verdi-Dekonstruktion (respektive Überschreibung) «Dunkel ist die Nacht, Rigoletto!» in Bielefeld, die sich an ein Kernstück des Repertoires wagt und dessen erstaunliches Talent zum Kammerstück enthüllt.

Auf Anna Schöttls grob gezimmerten Brettern, die an eine rustikale Bühne der Shakespeare-Zeit erinnern, steht zu Beginn bloß altes Gerümpel: verschlissene Koffer, zerkratzte Stühle. Dieser Sperrmüll bildet später das spärliche Mobiliar, das die Darsteller selbst auf der Bühne arrangieren. Zwei hagere ältere Männer lümmeln herum, sie sehen einander zum Verwechseln ähnlich und sind auf die gleiche Weise entstellt durch einen Buckel. Rigoletto also als gespaltene Persönlichkeit: Der eine (Stefan Imholz) wird späterhin auf Deutsch Texte aus Victor ...

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Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Regine Müller

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