Kratzers Krimi

Bizet: Carmen Luzern / Theater

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Als Thriller im Kammerspiel-Format zeigt der Regisseur Tobias Kratzer am Luzerner Theater Bizets «Carmen». Seine Inszenierung beginnt da, wo der dritte Akt der Oper endet: Carmen hat Don José verlassen und ist zum Torero Escamillo gezogen. Der Bühne von Rainer Sellmaier zeigt ein Zimmer in Escamillos Wohnung in einem unwirtlichen Betonbau. Über dem Flachbildschirm hängt als Trophäe ein beeindruckender Stierkopf, an der Wand gegenüber das Torerokostüm, noch im Plastiksack der Reinigungsanstalt. Während das Paar im Bad turtelt, dringt José in das Appartement ein.

Damit beginnt ein von Rückblenden unterbrochener, mit vielen Pointen gespickter, spannender Krimi. José, halb wahnsinnig, ist zum Äußersten entschlossen. Zunächst muss er sich ­allerdings hinter dem Sofa verstecken, denn eine Schulklasse bringt ihrem Arenen-Idol ein Ständchen («Avec la garde montante»). Dann überwältigt er die Ex-Geliebte, quält sie, zwingt sie, mit ­rotem Rüschenkleid und schwarzer Perücke als Cliché-«Carmen» verkleidet, für ihn zu tanzen. ­Irgendwann schläft er ein, doch Carmen nutzt die Chance zur Flucht nicht – ihre Gefühle für ihn sind wieder erwacht. Das ist verständlich, denn der egomane Escamillo ...

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Opernwelt April 2014
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Alfred Ziltener

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