Krachende Gaudi
Der Titel einer vor drei Jahren im Verlag Königshausen & Neumann erschienenen Essaysammlung über die «große, komische Oper» des Magdeburger Kapellmeisters trifft die Sache auf den Punkt: «Das ungeliebte Frühwerk».
Gewiss, von Zeit zu Zeit tauchte das durch Wilhelm Heinses libertäres «Ardinghello»-Utopia und Shakespeares «Maß für Maß» inspirierte «Liebesverbot» in den Spielplänen auf, seit Wolfgang Sawallisch und Jean-Pierre Ponnelle es 1983 in München sowie Niksa Bareza und Christian Pöppelreiter zeitgleich in Graz wieder auf die Bühne gebracht hatten – etwa in Meiningen, beim Glimmerglass Festival in Copperstown, in Bayreuth und Leipzig. Doch eine Herzensangelegenheit ist das Stück unter Intendanten, Musikdirektoren und Regisseuren bis heute nicht geworden. Und daran wird wohl auch die – nach einer Aufführungsserie in Madrid ans Colón in Buenos Aires weitergereichte – Produktion des Teatro Real nichts ändern.
Das hat nicht zuletzt mit den Anforderungen zu tun, die der junge Wagner der Sopran-Hauptfigur und dem führenden Tenor zumutet: Die fromme Isabella muss ständig in die Stratosphäre hinauf, soll obendrein Brünnhilden-Wucht mit Belcanto-Wendigkeit verbinden; vom aufmüpfigen ...
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Schon während der Aufführung fragt man sich, warum eigentlich dieses 1890 in Turin uraufgeführte Werk nicht in den Spielplänen auftaucht. Liegt es daran, dass der 1893 im Alter von nur 39 Jahren verstorbene Alfredo Catalani zwischen den beiden Schwergewichten Verdi und Puccini erdrückt wurde? Oder an der Vermessenheit, einen so eminent deutschen Stoff wie die...
Als das Opernhaus Zürich – lang ist’s her – noch Stadttheater hieß, wurde dort auch die «Silberne Operette» gehegt. Mancher kennt heute noch den Namen des Haustenors, der unbeschreiblich populär gewesen sein muss. Er hieß (oder nannte sich) Max Lichtegg und war Pole. Vielleicht erinnern sich die ganz alten Herrschaften jetzt an ihn. Denn sein polnischer Nachfahre...
Jetzt, wo sogar die Spielzeitvorschau der Berliner Lindenoper den Weg von der Druckerei in die Briefkästen gefunden hat, hüpfen die Augen wieder einmal vor Freude. Wie reich haben uns die Opernhäuser beschert! Nicht nur mit bunten Farben und ausgefallenen Papiersorten, sondern auch mit vielen «special effects» – grafische, versteht sich. Manche Broschüre scheint...
