Kontinent Mozart
Drei Mozart-Opern hat der Verein «Zuflucht Kultur» seit 2014 auf die Bühne gebracht. Mit Profis aus Deutschland – und Flüchtlingen aus Syrien, Nigeria, Afghanistan sowie vier weiteren Ländern. «Bei uns», sagt die Sängerin Cornelia Lanz, «wird Mozarts Musik von Monologen und internationalen Klängen unterbrochen. Wir bauen arabische Melismen ein oder ein afghanisches Liebeslied, hatten schon ein Harmonium auf der Bühne, eine Band aus Afrika.» Angefangen hat alles am Landestheater Schleswig-Holstein. Cornelia Lanz war dort 2013 in einer Schauspielproduktion engagiert.
«Ich fand es spannend», sagt die 35-Jährige, «wie politisch Schauspieler denken, wie massiv sie in die Stücke eingreifen, wie nah das Theater an den Menschen ist. Das erhoffte ich mir auch von Oper.»
Ein Traum sei da entstanden, und den wollte die Stuttgarterin unbedingt verwirklichen. Sie suchte ein Team für «Così fan tutte», fand den Regisseur Bernd Schmitt, der die Handlung in einem Flüchtlingsheim ansiedelte. Geprobt wurde in einem Kloster in der schwäbischen Provinz. Gerade waren dort syrische Flüchtlinge angekommen. Wenn wir schon Tür an Tür wohnen, dachte Lanz damals, können wir auch zusammen arbeiten. «Wir ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 113
von Eva Kröner
PRINZIP HOFFNUNG
Für seine letzte Saison als Intendant der Ruhrtriennale hat Johan Simons u. a. «Pelléas et Mélisande» in die
Bochumer Jahrhunderthalle und eine neue Oper von Philippe Manoury in die Duisburger Gebläsehalle geschickt. Im Fokus steht der Mensch von morgen
CASTA DIVA
Ihre Wandlungsfähigkeit ist bestechend. Von Händel bis zu Belcanto, von Mozart bis...
Als gewichtige dramaturgische Instanz steht der himmlische Wetterbeauftragte Petrus an den Seebühnen-Spieltagen immer im Zentrum des Bregenzer Interesses. Ein künstlerisch und administrativ allerdings leider nicht befriedigend kontrollierbarer Faktor. So kursierte in den Stunden vor der «Carmen»-Premiere, als sich von Südwesten her drohend Wolkenberge türmten,...
«Le timbre d’argent», das ist eine kleine silberne Tischglocke – die in Camille Saint-Saëns’ gleichnamiger Oper fatale Wirkungen entfaltet. Wann immer der Maler Conrad sie bedient, findet er prompt Geld in Hülle und Fülle, bringt aber damit zugleich einen ihm nahestehenden Menschen um. Das Geld benötigt er für die schöne Tänzerin Fiammetta, über die er seine...
