Gegen die Zeit

«A rolling stone gathers no moss» (Bob Dylan): Für Peter Stein. Ein Geburtstagsgruß in sechs Szenen von Jürgen Flimm

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Die wunderbare alte Schauspielerin Maria Nicklisch geriet schier aus dem Häuschen: Heute Abend gehe sie ins Werkraumtheater, dort gebe es «Dickicht der Städte», inszeniert von dem hochbegabten Peter Stein, dem ehemaligen Assistenten von Hans Schweikart und Fritz Kortner. Der sei der Beste. Ja, «Dickicht» war überhaupt umwerfend grandios. Frech, polemisch und durchaus aggressiv. Das war 1968, der Regisseur Peter Stein stieg hoch wie eine Rakete an den Kammerspielen in München, sprühend die dämmrigen Probebühnen und funzeligen Stadttheaterbirnen erleuchtend.

Und das zischte! Die Theater von damals waren in keinem guten Zustand, die Opern noch minder.

Die Branchenpostille «Theater heute» schrieb, eine neue Generation sei im Theater erschienen; «Bubitheater» höhnte der alte geniale Wüterich Fritz Kortner, vieler Junger Lehrer; wart’s nur ab, alter Quälgeist!

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Nach Studium in Frankfurt und München wurde Bubi Peter Stein Assistent an den Kammerspielen – bei Schweikart und Kortner – und bald Regisseur von Edward Bonds «Gerettet», Brechts «Dickicht» und Peter Weiss’ «Vietnamdiskurs». Er war schnell oben und sauste schnell wieder abwärts: Denn den jungen wilden Linken war das Spielen ...

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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 110
von Jürgen Flimm

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