Foto: Robert Workman
Kommt ins Offene, Freunde!
Das Kreischen der U-Bahn? Einfach ausgeblendet. Intime Unterhaltungen verschwitzter Fremder? Weg. Auf Knopfdruck verwandelt sich die Höllen-Soundscape in weise Worte. Oder Stille. Oder zu Janáček – was sich die jungen Leute eben so auf die Ohren knallen. Natürlich können längst auch viele dasselbe hören, kabellose Übertragungstechnik macht’s möglich. So lassen sich in jedem Keller Silent Discos feiern, ohne dass die ganze Straße bebt. Vor Sydneys Opernhaus eine Oper zeigen, obwohl die Stimmen der Sänger ohne Nachhilfe nicht übers Wasser kämen – kein Problem.
Und wer für Simon Rattles Antrittskonzert in London kein Ticket kriegt, lauscht der Musik eben draußen auf dem Barbican Sculpture Court, mit Kopfhörern.
Daisy Evans hat ihre Silent Opera-Kompanie ganz diesem Konzept verschrieben. Als siebte Produktion seit 2011 gibt’s «Das schlaue Füchslein». Mit 80 000 britischen Pfund ist das dafür aufgetriebene Budget klein, aber nicht winzig; die English National Opera, die sich für das überdurchschnittlich junge Publikum mit vielen Opernnovizen interessiert, greift der Gruppe u. a. mit Probenräumen unter die Arme. In The Vaults, einem Theater im Bauch des Bahnhofs Waterloo – bei jeder ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Wiebke Roloff
Im Jahr 2017 werden zwei welthistorische Umwälzungen gefeiert: die Reformation und die russische Oktoberrevolution. Deren Führer, wahre XXL-Alpha-Tiere, Luther wie Lenin, wurden entsprechend kontrovers beurteilt: als messianische Befreier aus dem Joch von Papismus bzw. Zarismus, aber auch als Urheber erheblichen Unheils. War während des Kommunismus Lenin die...
Johannes-Passion» von Carl Philipp Emanuel Bach – ein Druckfehler? Nein. Denn wie der Vater, so der Sohn. Dessen Passion geriet indes deutlich kleiner und kommt nicht nur aus eigener Herstellung: Sie ist auch Konglomerat von Werken unterschiedlicher Komponisten der Zeit. Von welchen genau, das ist, wenngleich der große JSB durchklingt, nicht aufgeklärt. Das...
JUBILARE
Vladimir Davidovitch Ashkenazy wurde 1937 im russischen Gorki, dem heutigen Nischni Nowgorod, geboren. Sein Talent wurde früh entdeckt: Mit sechs Jahren begann er Klavier zu spielen, als Absolvent des Moskauer Konservatoriums gewann er 1955 beim Chopin-Wettbewerb in Warschau den zweiten Preis. Ein Jahr später siegte er beim Wettbewerb Reine Elisabeth in...
